Burnout – Therapie oder lieber die Schnauze halten?

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Burnout Beitragsbild
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Wer in unserer Leistungsgesellschaft versagt, ist unten durch. Zipperlein wie Burnout,Überarbeitung, Erschöpfungszustände,  Nervenprobleme, Angstzustände behält man lieber für sich, wenn man seinen Job braucht.

Das das sehr kurzsichtig ist, scheint in unserer Gesellschaft leider immer noch nicht angekommen zu sein.

Wer wegen hoher beruflicher Belastungen psychisch erkrankt, gilt als schwach.
Dabei trifft es überhaupt nicht die “Schwachen”. In der letzten Zeit entdeckte ich durch einige kleine Zufälle, dass es nicht immer nur den kleinen überarbeiteten Sachbearbeiter erwischt. Nein die Reihen im oberen Top Management scheinen sich auch zu lichten.

Burn Out Therapie Inkognito

Natürlich geschieht das durchaus diskreter – die Mitarbeiter bekommen teilweise nur mit, dass der Chef mal für drei Wochen in den Urlaub geht.

Wo er dann aber tatsächlich “urlaubt” habe ich zufällig herausgefunden.

 

“In drei Wochen in Bayern ausspannen”, hat es geheißen, als Herr P. von der Firma I. sich in seinen wohlverdienten Jahresurlaub verabschiedete.

Das Ziel war aber nicht die Wanderwege des Bayerischen Waldes. Zumindest nicht nur. Das Ziel war eine Burnout Klinik, die idyllisch im Niederbayerischen gelegen, auf ihre Diskretion großen Wert legt. Hier lässt sich es inkognito kuren.

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Allerdings – dieser Spass ist nicht billig. Da gingen sich schon locker 3 Wochen USA Road Trip  aus. Wer sich das nicht leisten kann schaut blöd aus der Wäsche.

Noch immer nicht gänzlich erforscht

Auch mich hatte dieses fiese Syndrom BurnOut vor Jahren eiskalt erwischt. Man wusste damals eigentlich nichts mit mir anzufangen. Eine Ärztin in einer Wiener Klinik meinte nur lapidar. “ Dann nehmen sie jetzt einfach mal schön ihre Tabletten und machen eben mal absolut nix”. Wie nix? Kein Sport? Keine Beschäftigungstherapie? “Welche Therapie, bitte? Wo glauben sie wo sie sind? Wir sind hier nicht in der Betty Ford Klinik, meine Liebe. Das hier ist ein anständiges staatliches Krankenhaus und hier gibt es sowas nicht.

Gehen sie halt zur Psychotherapie!”

Sie sprach es genervt und verwies mich auf die Adressen einer langen Liste, die sie mir mitgab.
Was da so an Psychologen in Wien rumlaufen, mag man gar nicht glauben. Teilweise hatte ich eher das Gefühl die Therapeutin hätte dringend eine solche nötig, als ich.

Einige waren aber auch ehrlich und erklärten mir, dass sie sich erst in das Thema einlesen müssten, bevor sie vernünftig mit mir arbeiten könnten. Das ist nun gute siebzehn Jahre her.

Heute weiß man natürlich viel mehr über diese Zivilisationskrankheit und kann auch flächendeckend eine vernünftige Therapie anbieten. Aber Geld kostet sie dennoch. Die Krankenkassen stellen sich hier nach wie vor taub.

Wer also erkrankt, muss sich selbst um seine Genesung kümmern. Und das kostet Zeit und Geld und in manchen Fällen – den Job.

Was ist Corporate Health Care?

Auf der Suche aus diesem Dilemma stellte ich fest, dass eigentlich oft die Verursacher, die Arbeitgeber, welche den Dienstnehmer bis auf das letzte ausquetschen, die karriere-orientierten Kollegen, die mittels Mobbing am Stuhl sägen, dass all jene eigentlich nichts für die Prävention tun. Ganz im Gegenteil. Wer erkrankt fliegt unter fadenscheinigen Gründen raus. Fertig. Problem gelöst.

 

Nun gibt es aber Firmen, welche gerade hier verstanden haben, dass damit ein riesiges Potential an Arbeitskraft und Erfahrungswerten den Betrieb verlassen. Auf der Suche nach einem Dienstleister, welche diesen Firmen helfen könnte, ihre Mitarbeiter entsprechend zu coachen, dass es eben erst gar nicht zu solchen Ausfällen kommt, bzw. bereits erkrankte Mitarbeiter wieder in die Arbeitswelt einzugliedern fanden wir bei Conny Mohr und ihrer Firma ETAIN.

 

Diese haben wir uns nun genauer angesehen.

 

 

Bin auch ich gefährdet?

Der ultimative Selbsttest

Während meiner Recherche zu diesem Thema, fragte ich Betroffene, Therapeuten und Familienmitglieder von Betroffenen, welche Fragen ein Betroffener mit ja beantworten müsste und stellte diesen kleinen Katalog von gängigen Aussagen zusammen. Wenn Sie also über die Hälfte der unten aufgeführten Fragen mit JA beantworten können, sollten Sie ernsthaft in sich gehen und ihre Life Work Balance neu überdenken.

  • Ich muss meinen Schreibtisch Abends leer haben. Wenn ich weiß, dass da Unerledigtes rumliegt, kann ich mich nicht entspannen.
  • Die Meinung meiner Vorgesetzten ist mir sehr wichtig. Ich brauche deren Anerkennung und arbeite auch täglich hart dafür.
  • Wenn mein Chef mich so ansieht, kann ich doch nicht einfach nach hause gehen?!
  • Gegenüber meines Partners habe ich Schuldgefühle, weil ich so wenig Zeit für ihn finde. Aber die Arbeit geht jetzt einfach vor.
  • Mit ein paar Überstunden mehr, kriege ich das hin, mit den Mehrkosten für das Landschulheim meiner Tochter. Ich möchte ihr das ermöglichen, weil ich selbst als Kind immer zurückstecken musste.
  • Vielleicht haben wir uns schon ein wenig übernommen mit dem Hausbau. Aber jetzt müssen wir da durch. Es darf uns einfach jetzt nichts passieren.
  • Meine Kollegin braucht mich – sie hat so viel am Hut. Da mach ich das doch gerne.
  • Ich bin so unaufmerksam zur Zeit. Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen. Was ist nur los mit mir?
  • Freizeit? Du scherzt. ich habe einen Job, Mann Kinder und Haushalt. Freizeit ist was für Millionäre.
  • Wann hatte ich zuletzt Zeit für mich selbst? Gute Frage – ich erinnere mich nicht.
  • Meine Freunde sind sauer auf mich, weil ich ständig absage. Aber der Job muss jetzt vorgehen weil….
  • Meine Frau bekommt das dritte Kind. Das war so nicht geplant. Ja gut ich schaffe das irgendwie. Der Posten des xxx wurde neu ausgeschrieben. Den hol ich mir.
  • Abends ist nicht mehr viel los mit mir – aber zum  Einschlafen brauche ich ewig.
  • Keiner darf wissen, dass ich am letzten Rad laufe. Keiner!
  • Ich brauche Abends meine paar Gläser Rot um runterzukommen. Ohne die bin ich es nicht.
  • Ich fühle mich in meinem Job oft überfordert. Aber ich brauche diese Einnahmequelle. Wie soll es denn sonst weitergehen.
  • Ich wünschte ich könnte es hinschmeissen. Unmöglich. Das kann ich nicht, weil…
  • Seit Wochen bin ich krank. Eine Erkältung gibt der Nächsten die Klinke. Was ist denn nur los mit mir.
  • Ich bemerke einen Hautausschlag / Haarausfall – kommt das vom Stress?
  • Immer im Urlaub werde ich gleich mal paar Tage krank!
  • Ich befürchte, mein Kollege wird mir im Urlaub ein paar Eier legen. Vielleicht nehme ich doch nur eine Woche….

Halten sie NICHT die Schnauze!

Sie haben sich wiedererkannt? Mehr als einmal? Dann jetzt erstmal cool bleiben und durchatmen. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, was zu tun ist.

Zunächst braucht es klärende Gespräche mit den engsten Vertrauten.

  • Erklären Sie Ihrem Partner, wie es ihnen gerade geht. Reden sie mit Eltern und Freunden und Kindern.
  • Lassen sie sich von Anderen helfen.
  • Delegieren sie gewisse Aufgaben an Dritte.
  • Definieren sie ihren Traumjob und dann den Ist Zustand ihrer Arbeitswelt. Ist das wirklich das, was sie bis zur Pension tun möchten?
  • Welche beruflichen Alternativen gibt es?
  • Wie offen reagiert ihr Arbeitgeber bei ihrer Bitte um eine längere Auszeit? 
  • Ist eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit möglich?
  • Reden Sie mit ihrem Hausarzt über Hilfen und Maßnahmen die die Krankenkassen evtl. übernehmen und beantragen sie einen Kuraufenthalt, wenn das möglich ist.
  • Verbringen Sie bewusst mehr Zeit für sich selbst und nehmen sie ihre verstaubten Hobbies wieder auf.
  • Haben sie Mut zur Lücke. Keiner darf von Ihnen erwarten, dass sie perfekt sind, oder dass sie das sein müssen. 
  • Bevor sie “eingehen” muss ihr Umfeld akzeptieren, dass jetzt alle etwas zurückstecken müssen. Ein Landschulheim ist nicht lebensnotwendig. Eine gesunde Mutter sehr wohl. 
  • Recherchieren sie im Internet nach Gruppen Betroffener in ihrer Nähe. 
  • Und wenn alles nichts hilft – quittieren Sie ihren Job und starten Sie einfach noch mal neu durch.

Geht nicht? Gibts nicht. Ich habe es auch geschafft.

 

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