Atlasgebirge vom Ourika Tal aus gesehen
Ausflug an den Fuß des Atlas Gebirges

Von Marrakesch ins Ourika Tal

Sicher hat Marrakesch viele Sehenswürdigkeiten, die man sich ansehen kann. Jedoch – Marrakesch ist nicht sehr groß. Die wichtigsten Plätze hat man in 2 – 3 Tagen gesehen. Was nun? Es gibt verschiedene Ausflüge, die man machen kann. Wir haben uns für einen Tagesausflug mit Get your Guide entschieden. Auf den Spuren der Hippies, die hier in den 70ern lebten, ging es nach Al Haouz – Setti Fatma. Ein Tal am Fuße des Atlasgebirges (enthält Affiliate Links).

Sommerfrische der Einwohner von Marrakesch

Ourika Fluss mit Restaurants
Am kühlen Flussufer lässt sich ein heisser Tag in Al Haouz genießen.

In den Sommermonaten, flimmert die Hitze über der Ockerstadt und wer kann, flieht am Freitag in die Berge. Auf dem Weg ins Ourika Tal in der Provinz  Al Haouz, sehen wir viele Lokale in den Tälern. Bunte Plastikstühle stehen mitten im Fluss. Hier kühlen sich die Hitze geplagten Städter gerne den ganzen Tag ab. Wer kann, hat auch ein kleines Haus im Tal.

Souvenir Shopping im Ourika Tal

Natürlich haben auch viele Fremde das Ourika Tal entdeckt und ein Ausflug dorthin ist eine prima Möglichkeit, noch ein paar Souvenirs mitzunehmen.

Spezialitäten des Ourika Tals

Arganöl, Gewürze, Schnitzereien, Textilien, verschiedene Tees, handgeknüpfte Berberteppiche und viele Antiquitäten werden hier angeboten.

Arganölherstellung im Ourika Tal
Es gibt zwei Sorten von Arganöl. Roh verarbeitet, eignet es sich für Kosmetik und zur Heilung von Hautblessuren, geröstet ergibt es ein schmackhaftes Öl für die Küche.

Nicht alles ist echt, nicht alles ist sinnvoll hier zu kaufen. Auch die Preise unterscheiden sich kaum von den Preisen in Marrakesch. Gerade bei Ourikarome, dem selbsternannten Spezialist für allerlei Kräuter, Hei-Ölen und Olivenöl ist Vorsicht geboten. Sein original Olivenöl aus dem Ourika Tal kommt auf 40 Euro für 750ml. Da bin ich dann ausgestiegen. Wer hier “Schnäppchen” machen will ist Fehl am Platz.

Tipp für Sparfüchse

Günstiger geht es immer wenn man mal den Barkeeper im Hotel fragt. So wie wir das getan haben. Irgendjemand hat immer Familie dort und so bekommt man das wirklich sehr gute Olivenöl um 15 Euro.

Auch beim Arganöl, das ich seit Jahren verwende, kann man ein wenig sparen – jedoch sind die Qualitätsunterschiede groß. Die Herstellung entspricht oft nicht unseren Europäischen Hygienestandards. Wer sich das ins Gesicht schmiert, kann u.U. seltsame Hautreaktionen erleben. Kurzum – Kaufen ist Vertrauenssache – ich bin hier eher skeptisch.

Gut einkaufen kannst du jedoch die Gewürze. Hier empfehle ich Dir – zuschlagen. So frisch und intensiv bekommst du die kaum in Europa. Auch preislich ist es ok, wenn auch nicht viel billiger.

Handwerkskunst der Berber – La Source Du Tapis

Berber Antiquitäten und Co. sind ein heikles Thema. Oft hast du dann zuhause, beim Abholen vom Zoll, ein schönes Theater. Zölle können bei Antiquitäten und Teppichen ins Geld gehen. Informiere dich lieber im Vorfeld, über die Zollgebühren.

Ein Tipp, wenn auch nur zum Ansehen ist Salah’s Antiquariat.

Antiquitäten im Ourika Tal
Bei La Source du Tapis wirst du das eine oder andere hübsche Stück finden. Nicht vergessen – handeln.
Berbertasche Ourika Tal
Echt oder Replik? Hier solltest du dich wirklich auskennen.
Marokkanisches Teeservice mit Silberkanne und geschliffenen Gäsern
Bist du auf der Suche nach einem originalen Tee Service? Frag nach bei Salah.

Neben handgeknüpften Berber Teppichen verfügt Salah über viele Kunstschätze. Viele Witwen, die Geld benötigen, geben ihren Schmuck und ihre kostbaren Mobiliare in Zahlung. Salah ist sozusagen der „Witwenretter“ der Nation. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Kennst du dich nicht mit Antiquitäten aus dem marokkanischen aus, Finger weg. Viele Replikas stehen neben kleinen Kostbarkeiten. Wer das Vertrauen von Salah gewinnt, den führt er ein Stockwerk tiefer und tiefer durch seinen “Trödelkeller”. Und auf der letzten Etage wird es interessant. Hier entdeckte ich einige sehr kostbare Stücke. Auch hier wieder Vorsicht. Die Herkunft ist teilweise zweifelhaft. Hehlerware kann ebenfalls teuer kommen.

Essen & Trinken im Ourika Tal

Essen am Ourika Fluss
Da wo sich Einheimische niederlassen, ist meist sehr gut zu essen. Trau dich!

Es gibt unzählige Restaurants und Kioske, in denen man typisch marokkanische Gerichte genießen kann. Qualitativ sind sie alle sehr gut. Dein Reiseführer bringt dich garantiert zu einem Verwandten, für dessen Qualität er sich verbürgt. Preislich sind sicherlich große Unterschiede. Da wo die Einheimischen sitzen und essen, da lass dich ebenfalls nieder.

Setti Fatma – ehemalige Hippie Konklave

In Setti Fatma angekommen, wirst du von einem idyllischen Örtchen empfangen. Auf dem Weg zum Wasserfall (Touristenattraktion) findest du viele weitere Shops um einzukaufen. Auf dem Weg dahin kann man erahnen, wie die Hippies damals lebten. Ohne Strom. Die Erfindung, Getränke und Früchte per Wasser vom Ourika Fluss zu kühlen hat sich bis heute gehalten. Ein beliebtes Fotomotiv. Auch die Berber Affen, frech und fröhlich, sind immer sehr neugierig und versuchen, den Gästen in den kleinen, offenen Teestuben, die Kekse zu stehlen.

Tipp: Trinke hier eine guten Pfefferminztee, oder frisch gepresste Fruchtsäfte.

Der Wasserfall an sich ist nichts besonderes, sehr überlaufen, der Weg dorthin geht über glatte Stufen und schlüpfrige Steine den Berg hinauf.

Tipp: Wanderschuhe tragen, und einen Stock mitnehmen.

Fazit: Wir hatten unseren Spaß im Ourika Tal und in Al Haouz. Jedoch ist der Ort sehr touristisch und in den Sommermonaten sehr überfüllt. Im Dezember jedoch ist es ruhiger und man kann die Landschaft genießen, schöne Erinnerungen kaufen, Fotos schießen und einen schönen Tag am Fuße des Atlasgebirges erleben.



Booking.com

ACHTUNG bei der Wahl des Guide

Wir hatten ausgesprochen Pech mit dem Service withlocals. Zunächst war das Auto des Guides angeblich kaputt. Dennoch rechtzeitig tauchte er mit einem Freund und dessen geräumigen SUV auf. Jedoch kannte er sich überhaupt nicht aus. Er behauptete z.B., der Jbel Toubkal sei der höchste Berg Afrikas.

Peter, der auf dem Kilimanjaro war, hat ihn da freundlich aufgeklärt. Ebenso erzählte er eher abfällig von den Berbern – die keine Schrift hätten (stimmt auch nicht) Und das alle Juden nach Jerusalem abgehauen wären, nach dem Krieg. Ich fand seine ganzen Ausführungen teilweise hart an der rassistischen Grenze und mangelhaft.

Auf der Fahrt hat er sich dann auch noch lieber auf arabisch mit seinem Freund unterhalten. Meine wenigen Kenntnisse reichten hier aus, festzustellen dass er sich über uns unterhielt.

Ich bin überzeugt, er hat in jedem Laden den er empfahl, fette Provision für sich erwartet. Der Ausflug glich eher einer Shoppingfahrt, als ein schön geplanter Ausflug und Lehrreiches aus der Gegend.

Außerdem hat er mich auch noch angeblafft, weil ich nicht auf den Wasserfall mit ging – mit meinen Schuhen, glatt und keinesfalls für eine Tour auf einen Berg geeignet, hatte ich mich geweigert. Die zwei „Local“ Herren wollten da auch selbst nicht hinauf. Kurzerhand haben sie einen Guide vorort bezahlt, der uns hinaufbringen sollte, während es sich die zwei Herrschaften bei Minztee in der Sonne bequem machten. Diesen Service kann ich darum NICHT empfehlen.

Mehr Infos über unsere Marrakesch Erfahrungen findest du hier Marrakesch

Ausflugtipp nach Setti Fatma
Pinn mich doch auf Pinterest

7 KOMMENTARE

  1. Huhu,

    wow. Die Einblicke sind echt klasse. Schade das der Wasserfall nicht so gut war, aber der Rest wäre was für mich gewesen. Zumindest anhand der Bilder.

    LG
    Stefgi

  2. Liebe Marion,

    die Geschichte mit dem Guide hätte mir echt die Laune verhagelt. Finde es unglaublich frech für sowas auch noch Geld zu verlangen. Sie werden sicher nicht damit gerechnet haben, dass ihr schon Ahnung habt. Die dachten bestimmt, dass dies leicht verdientes Geld ist.
    Generell entnehme ich deinem Bericht aber, dass es sinnvoll ist sich auch auszukennen, sonst wird man als Tourist schnell über den Tisch gezogen.

    Liebe Grüße,
    Mo

    • Liebe Mo,
      früher hätte ich vielleicht so reagiert. Stimmt. Ich war auch erst mal sauer auf den Guide. Aber dann habe ich mir gedacht – XXXXXXXXX ( zensuriert), und habe den Tag einfach genossen. Auf dem Rückweg haben wir dann nur noch Österreichischen Dialekt geredet und genauso über die zwei gelästert :-)) Wenn du einen guten Guide brauchst, dann buche auf getyouguide. Oder nimm gleich den Mohamed Amrane, von dort. Der war spitze. Den Kontakt gebe ich dir gerne per mail.

  3. Hach, der nächste Beitrag, der Lust auf Marokko macht! Das Atlasgebirge muss wunderschön sein, das würde ich auch gerne mal sehen. Und vom Tal aus scheint man ja schon einen guten Anblick zu haben. Klingt nach einem coolen, historischen Ort – und frische Säfte und Pfefferminztee liebe ich über alles.

    • Miriam, es gibt tolle Wanderwege. Zeitlich war das im Dezember nur einfach sehr kalt und unbeständig. Es hatte grad frisch geschneit im Atlas. Aber für das Frühjahr kann ich eine Wandertour absolut empfehlen. LG Marion

    • Liebe Anette, die Farben sind der Wahnsinn. Stimmt. Auch die Ockertöne bis ins Scharlachrot in Marrakesch sind phantastisch. Wart mal auf den nächsten Beitrag 🙂 LG Marion

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen