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Woher kommt unser Modisches Verständnis?

Mode Evolution Darstellung lustig
Die nicht ganz ernst zu nehmende Darstellung der modischen Evolution der Frau.

Die Kleidung als Schutz

Von dem Augenblick an, da der Mensch die Kleidung als Schutz gegen die Unbill der Natur entdeckte, war es sicherlich nicht mehr weit, bis er über die ästhetische und stilisierende Funktion nachzudenken begann. Kleidung ist bis heute ein Mittel geblieben, bestimmten Vorstellungen von sich selbst und der Welt „sichtbaren“ Ausdruck zu verleihen.

Die uralte Symbolik, den entblößten menschlichen Körper mit einem Gewand zu verhüllen, kann oder könnte mit Keuschheit, Schamgefühlt und Wärmebedürfnis gedeutet werden.

Nachahmungstrieb in der Mode

Jacky Kennedy - Mode Ikone und first Lady der USA
Kaum eine andere Frau wurde in ihrer Zeit so oft kopiert wie Jacklyn Kennedy – später Onassis. Ihr sicherer Stil formte die damalige Mode, welchen Millionen Frauen auf der Welt nachahmten. Von Cecil W. Stoughtonhttp://narademo.umiacs.umd.edu/cgi-bin/isadg/viewobject.pl?object=8977, Gemeinfrei, Link

Die Kleidung gehört zwar zu den individuellsten Schöpfungen der menschlichen Kultur, jedoch geht mit der Mode ein mächtiger Nachahmungstrieb einher. Aber, die Nachahmung ist eine Voraussetzung der Mode – und Widerspruch zugleich! Was wir den „Modeprozess“ nennen, ist eigentlich die Verschmelzung von Gegensätzen:

Der Mensch passt sich der Umwelt an, er bejaht die Mode, will sich aber gleichzeitig mit Hilfe eben dieser Mode von der Umwelt abheben.

Der Mensch ahmt die anderen nach und sucht doch seine ihm eigene Form der Selbststilisierung, um eine Vorstellung seiner selbst zu verwirklichen.Es gibt viele Beispiele der Nachahmung in der Modegeschichte, vor allem der Einfluß starker und populärer Persönlichkeiten bis hin zu den Filmstars von heute, bestimmte und bestimmt nach wie vor den Charakter der Mode.

Farbensymbolik der Kleidung

Kardinal de Richelieu in purpurnem Gewand
Das kostbare Pigment Purpur war in der griechischen und römischen Zeit nur den Kaisern vorbehalten. Im Mittelalter wurde sie den Kardinälen und dem Papst zugeschrieben.
Von Philippe de Champaigne – National Gallery, London, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12013215

Im Mittelalter war die Farbe der Kleidung ein Ausdruck und Hinweis auf die Zugehörigkeit zu einem bestimmten gesellschaftlichen oder weltanschaulichen Kreis. Manche Farben sind sogar konventionell verbindlich: dunkle Farbtöne für Trauer- und Gesellschaftskleidung oder die Reinheit von Weiss für Hochzeit- und Debütantinnenkleider. Alle anderen Farbkombinationen spielten bei der Komposition der Kleidung eine wichtige Rolle, sie schaffen durch originelle Verbindung zweier oder mehrer Farben einen besonderen modischen Akzent.

Fortschritte in der Textiltechnik

Die Mode ging auch immer Hand in Hand mit den Fortschritten der Textiltechnik.
Der Übergang von der „Drapierung“ zur „Schneidertechnik“ war ein tiefer Einschnitt in der Geschichte der menschlichen Bekleidung. Faserstoffe der Pflanzen, Haare von Tieren zu verspinnen und zu verweben, ist freilich eine Leistung des menschlichen Verstandes, die schon Jahrtausende alt ist: Seidengewinnung in China oder die Samtwebereien in Italien seit dem 13.Jahrhundert.

Italienische Seidenweberei
Von Annie Renouf Whelpley (Vincent Davenport) 1852 – ca. 1928 – Düsseldorfer Auktionshaus, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22691028

Aber erst seit dem Beginn der Industrialisierung hat es auch in der Textiltechnik wirkliche Revolutionen gegeben: die Erfindung der Spinnmaschine, des mechanischen Webstuhls und der Nähmaschine.

Durch diese Maschinen begann der Siegeszug der modernen, in großer Serie zu billigem Preis hergestellten Konfektionskleidung. Aber das ist eine andere Geschichte !

 

Die Mode als Spiegelbild der Kultur

Mode ist aber noch viel mehr, nämlich ein lebendiges Spiegelbild einer Kultur, einer Epoche oder eines Landes. Es besteht fast immer ein Zusammenhang zwischen der Kleidung und der Architektur und Möbelkunst eines Zeitalters.

Zwischen den Epochen liegen aber auch Übergangszeiten, in denen sowohl das Alte als auch das Neue nebeneinander gelten. In einer solchen dürften wir uns derzeit befinden.

DEJA -VU DIE MODE DER SIEBZIGER

Es wäre aber schlimm um unsere Kultur bestellt, würde unsere Mode sich nicht mehr ändern, denn das wäre ein Zeichen, dass wir nicht mehr fähig sind, uns weiterzuentwickeln!

Inspiration

Das Wesen der Mode ist die Inspiration.

Modedesigner bei der ArbeitSchon jetzt müssen die Modeschöpfer verzweifelt nach dieser Inspiration suchen und greifen zu diesem Zweck immer wieder in die Vergangenheit zurück.

Weil ihnen die Gegenwart nichts mehr zu bieten vermag ?

 

 

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