InSchlössern zu schlafen, kann ganz schön an die Substanz gehen. Manch ein Schloss bereitet einem da, mit zugigen Gängen, schlecht isolierten Fenstern und vermeintlich spukenden Geistern, Unbehagen. Selbst wenn man so einen “alten Kasten” komplett saniert und zu einem Hotel umbaut, kann es viele Wünsche offen lassen. Oftmals hat der Hotelier so seine liebe Mühe mit dem Denkmalschutz und den Bauvorschriften und kann vieles einfach nicht realisieren.

Gelungene Architektur

Das ist im Castel Fragsburg absolut nicht der Fall. Auf unserer Recherche Reise durch Südtirol haben wir uns in das Relais und Chateaux eingebucht, und wir wurden positiv überrascht. Hier ist das Ergebnis unseres Hotelchecks.

Hotel Castel Fragsburg Hotelcheck Südtirol Meran
Einen schönen Blick hat man von der Terrasse des Restaurants über das Meraner Tal.

Mit einer sicheren Eleganz meisterte Alexander Ortner den architektonischen Spagat zwischen alter Bausubstanz und moderner Adaption. Ein wahres Schmuckstück entstand über dem Meraner Tal.

Dass das fünf Sterne Hotel in privater Hand ist, bemerkt man als Gast schon beim Empfang. Sein Spirit ist sofort zu spüren. Und damit meine ich nicht die “weisse Frau”, oder den kopflosen Reiter. Nein, hier wird das Konzept des Burgherren und Hoteliers gelebt.

Gelebter Service

Aufmerksamkeit und völlige Orientierung auf den Gast wird ganz groß geschrieben. Es sind die kleinen Dinge, die das ausmachen. Z.B. dass man sich den Namen des Gastes merkt, und ihn auch mit diesem begrüßt. Niemals wurden wir je nach unserer Zimmernummer gefragt. Man wusste sie einfach. So etwas ist für mich Gastlichkeit in Vollendung.

Unsere Suite

Unser Zimmer war mit Holz vertäfelt, ein wunderbares Bett, und ein Balkon mit hinreißenden Blick auf Meran und die Berge. Liebevoll eingerichtet, teilweise Antike Stücke und gemütlich. Die Suiten sind ausreichend groß und das Highlight war das Bad mit Blick auf Meran. Wo hat man bitte noch ein Fenster mit Ausblick im Bad?

360° Ansicht zum reinklicken oder mit der VR Brille ansehen – als wärst du selbst da gewesen.

Das Bad an sich, ist zwar zweckmäßig, aber sehr großzügig angelegt. Da die Suiten im Neuen Teil des alten Schlosses liegen, hat man hier jeglichen Komfort. Dazu gehört für mich einfach genug Platz und Luft und vor allem, die Toilette ist räumlich getrennt vom Badezimmer. Zwei große Waschbecken, eine riesige Ablage, mit genauso großem Spiegel. Endlich ausreichend Licht um sich zu schminken. Badewanne und Dusche, und – nicht lachen – immer warmes Wasser. Das haben wir ja in vergangenen Hotel-Checks, ab und an, nicht gehabt.

Blick vom Balkon mit Morgenstimmung und Dolomitenglühen

 

Das Restaurant im Hotel Castel Fragsburg

Der Restaurantbereich ist ganz in weiss gehalten, edel, mit zahlreichen saisonalen Blumen und Gestecken. Wir konnten die üppigen Pfingstrosen bewundern, die überall hübsch verteilt zu finden waren.

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Schöne Athmosphäre im Restaurant

Empfehlenswert ist, hier die Halbpension zu genießen. Man hat uns ganz spontan, gegen eine Aufzahlung von 59 Euro/ Person dieses Versäumnis, beim beim Einchecken angeboten. Und es zahlt sich preislich auf alle Fälle aus, anstatt A la Carte zu bestellen.

Vier Gänge – genau richtig portioniert, machten satt und waren vom Feinsten.

Die Weinauswahl war für uns ausreichend. gute Weine aus Südtirol werden genauso angeboten, wie viele weitere bekannte Europäische Tropfen.

Der Koch, mit Hang zur roter Bete, hat mich überzeugt. Alleine das logistische Kunststück der Menüfolge war beeindruckend. Dabei war die Qualität der Speisen immer on the Top und seine Kreativität war einfach phänomenal.

Eine wunderschöne Terrasse lädt bei schönem Wetter zum Speisen ein. Leider hatten wir mit der Witterung Pech und mussten mit dem Wintergarten vorlieb nehmen.

Das Personal ist mehrsprachig und professionell, aufmerksam und die Herzlichkeit ist authentisch. Das gefiel mir persönlich besonders gut.

Die Führung

Der Schlossherr geht durch das Hotel  und beteiligt sich aktiv, aber dezent am Tagesablauf. Selten habe ich einen Hotelier beobachtet, der in dieser speziellen, ruhigen Weise seine Regie bis zur Vollendung führt. Das Personal wirkt dabei absolut entspannt und motiviert.

Wohlfühlfaktor SPA und Pool

Der SPA ist zwar klein, aber dafür sehr schön gestaltet. Alleine der Gang dorthin ist “magisch”. Neben den üblichen Saunen gibt es eine Infrarotsauna, die es in sich hat, und ein angenehmes Dampfbad. Die Badewanne auf der Terrasse ist eine wirklich nette Idee! Ausreichend Badetücher – hier wird nicht gegeizt.

Wegen dem schlechten Wetter konnten wir das Pool im Außenbereich nicht nutzen. Schön angelegt, mit viel Platz im parkähnlichen Garten der sich an den Berg schmiegt, um dann, auf einem Plateau, an den Pool zu laden.

360° Ansicht zum reinklicken oder mit der VR Brille ansehen – als wärst du selbst da gewesen.

Die Umgebung

In der Umgebung gibt es, neben der schönen, alten Stadt Meran, einiges anzusehen. Fasziniert war ich von dem höchsten Wasserfall Südtirols, der in 15 – 20 Minuten zu Fuss erreichbar ist und zum Verweilen einlädt.

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Weiter oben, den Berg hinauf, befinden sich einige Hütten und Heurigen. Auch hier kann man wunderbar einkehren und die regionalen Köstlichkeiten versuchen.

Meran Markt
Bauernsalami auf dem Mittwochsmarkt in Meran

Jeden Mittwoch gibt es in Meran, im Stadtteil Obermais, einen Bauernmarkt mit Schmankerln aus der Gegend. Während man in Wien für einen Kilo Südtiroler Speck um die 30 Euro berappen muss, kann man hier um neun Euro ein feines Stück Südtirol mitnehmen. Regionale Käsesorten, Früchte und Spezereien waren auch zu finden.

Die Reinhold Messner Freilicht Museen sind nicht weit weg und sind einen Tagesausflug wirklich wert. Wir haben uns die Dauerausstellung in Firmian angesehen. Als Tibet und Nepal Fans kamen wir hier voll auf unsere Kosten. Sehenswert!

Unser Ergebnis

Fazit: Das Castel Fragsburg lässt für Gäste mit gehobenen Ansprüchen keine Wünsche offen, die Gegend ist abwechslungsreich und lädt zum Wandern und Radfahren ein.

Wir sagen TOP!

Links:

Hotel Fragsburg Website

Über Meran

Fragsburger Wasserfall

Messner Mountain Museen

 

Foto Credits: © Peter Wenauer – LSLB-Magazin

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