Auf Jakobswegen Teil 1 – schlechter Ratgeber im Gepäck

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Jakobsweg Caminho Portugues Tagebuch

Erste Etappe – klassische Fehler – Schlechter Reiseführer

Jakobsweg Etappe Porto Mathosinhos Facho Vale de conde

In Portos Kathedrale bekomme ich meinen ersten Stempel im Museum und das hat erst ab 9:00 Uhr offen. Um neun brauche ich nicht mehr losgehen. Mein Plan war es, bereits um 6:00 Uhr aufzubrechen. Darum jetzt Mut zur Lücke – ich pfeif auf diesen blöden Stempel und hol mir meinen ersten Stempel eben in der nächsten Etappe.

Tipp: Verbringe lieber zwei Tage in Porto, wenn Du die Stadt noch nicht kennst. Es gibt so unglaublich vieles anzusehen. Auch die Messe um 11 Uhr in der Kathedrale kann ich zur Einstimmung empfehlen.

Im Morgengrauen durch Porto

Dienstag früh ist, nach einer Nacht voller Geräusche lärmender Familien (Kleinkinder bleiben bis zwei Uhr Nacht auf und toben im Nachbarzimmer und auf den Gängen) bin ich bereits um vier wieder so hell wach, das ich beschließe aufzubrechen. Um 4:30 Uhr Durch das verschlafene Porto mit ein paar spät heimtorkelnde Nachtschwalben geht es zur Metro. Es riecht total nach verbranntem Holz und am Horizont hängen braune Wolken. Smog?

Gibt’s das? Es ist kein Smog, aber dazu komme ich später. Ticketwahl nach Matosinhos gestaltet sich einfach, wenn man die Sprachauswahl entdeckt.

Der Bus fährt bis Matosinhos

Die Linie A bringt einen eigentlich direkt dorthin, wenn man richtig aussteigt. Ich steige aus irgendeinemGrund zu früh aus und hatsche michjetzt erst mal eine gute Stunde durch eine Siedlung. In Matosinhos bin ich so happy, dass ich das abstempeln des Pilgerpasses vergesse.

Porto
Strandbad Porto

Den ersten Teil geht man zwischen einer Ölraffinerie und linker Hand dem Atlantik mit seinen Stränden. Daß das ganze jetzt auch noch ein Biosphärenpark sein soll, stimmt mich etwas nachdenklich. Doch bald mach ich es wie alle und Blicke nur noch nach links und genieße die tolle Aussicht auf die temperamentvolle See. Auf Holzstegen lässt es sich prima gehen. Der Rucksack hängt sich allerdings schwer ein! Dabei sind es doch nur 6 Kilo? (Mit Wasser waren es aber 8).

Schöne Ausblicke und ein löchriger Weg

Neidisch beobachte ich erste Badegäste, wie sie mit Kind und Kegel in den Dünen den Platz für den kommenden Badetag aussuchen. Kleine bunte Zelte kann man auch mieten, die den Sachen und sich selbst etwas Schutz vor der ziemlich kalten und starken Brise bieten die, wie ich bald herausfinde, dem Besucher hier von Norden ununterbrochen vor den Latz knallt. Nun bin ich weniger neidisch. 18 Grad hat der Atlantik und nach dem Baden wird man gehörig sandgestrahlt.

Was folgt auf Neid? Genau. Schadenfreude! Die mich fast in ein Loch treten lässt, denn

ab und an haben hier wohl Vandalen zugeschlagen und einige Planken sind gebrochen oder lose. Kurz nach dem Obelisk, bricht ein Gast vor mir ein. Blutige Sache! Aber die Familie weiß sich zu helfen und ich verlasse die Szene.

Erste Rast -Facho – pittoreskes Fischerdorf

Ich mache meine erste Rast kurz vor dem pittoresken Fischerdorf Facho und genieße, eh klar,fangfrische Prawns mit viel Knoblauch und Knoblauchbrot. Runtergespült gehört sowas nunmal mit einem Viertel Weiß und ich breche die Regel mit „Jaah kein Alkohol“ beim Pilgern. Ich mag eigentlich hier gar nicht mehr weg. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne hat sich durch den braunen Schleier am Himmel durchgesetzt. Aber nach zwei Stunden„lazy Daisy“ muss es nun mal weitergehen.

Rother Pilgerführer zum wegwerfen und ein brennendes Land

Mein sackblöder Wanderführer behauptet, ich solle nun landeinwärts weil der Holzsteg jetzt endet.Und was ist das dann vor mir? Eine Fatamorgana?Mann wann haben die denn den Pilger-Guide geschrieben? 12. Jahrhundert n. C.?Kauft ja keinen Rother Wanderführer. Die Verfasserin schlägt da Etappen von bis zu 48 km vornund kann auch nicht wirklich rechnen! Alles, bloß nicht den Schrott!! Irgendwie schaffe ich es aber bis Vale da Conde. Dort sehe ich in meiner Herberge die ersten Nachrichten. – Portugal brennt!

Hier geht es weiter:

Jakobsweg Teil 2 – Von Vila de Conde nach Sao Pedro

 

 

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Marion
Sie ist die Initiatorin des LSLB-Magazins. Neben ihrer Tätigkeit im Management und Entwicklung, findet sie aber immer noch Zeit, selbst über die schönen Dinge des Lebens zu schreiben. Ihr Fokus liegt auf Hotelchecks und Städtereisen, Tipps und Tricks rund um das Thema. Sie hat eine Schwäche für den afrikanischen Kontinent und begleitet den Abenteuer Redakteur, wann immer sie kann in die Weiten der afrikanischen Savannen. Zudem ist sie der richtige Ansprechpartner, wenn es um Deine Werbeschaltung geht, oder um Anfragen zu Kooperationen.

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