Kitchen impossible oder Kitch Grill & Bar – Lokalkritik

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Kitch Grill & Bar Lokalkritik
Kitch Grill & Bar Lokalkritik
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Lokal mit Anfangsschwierigkeiten

Per Daily Deal hatten wir Gutscheine für das kürzlich eröffnete Kitch Grill & Bar, ein Ableger des Amador Wirtshaus in Döbling erstanden.

Für 40 Euro pro Person gab es ein vorab zusammengestelltes Menü vom Feinsten, wie wir hofften. Alleine die Beschreibung ließ uns das Wasser im Mund zusammenfließen.

Das Menü

1. Gang

Alpenlachs
Citrus – Olivenöl – Fenchel

ODER

Tartar von Höllerschmids Biorind
„a la Chinoise“ oder „klassisch“

2. Gang

Gazpacho Andaluz
Gambas – Olivenöl – Pimento

ODER

Tafelspitz-Bouillon
Fritatten – Lauch – Liebstöckel

3. Gang

Shortrib vom Bio-Rind (350 g)
Artischocken – Schwarze Oliven – Rotweinjus

ODER

Zander
Erdäpfel-Gulasch – Sauerrahm – Paprika

4. Gang

Creme Brulee „Leger“
Ingwer – Zitrus – Koriander

ODER

Cheesecake “by the glass”
Joghurteis – Banane – Vanille

Herbe Enttäuschung

Ein Teil der Redaktion traf sich am vergangenen Freitag dort und wenn die Erwartungen hoch sind, dann wird es meistens – nicht so gut.  Das Lokal, von der Einrichtung wirklich stimmig und chic. Aber der Rest… Lange habe ich mir überlegt, ob ich überhaupt darüber schreiben soll, denn schließlich wollen wir unserem Credo  „nur vom Feinsten“ schließlich treu bleiben. Und der derzeitige Standard ist zumindest in unseren Augen einfach noch nicht entsprechend.

Wer mich kennt, weiß, wie spitz  meine Feder sein kann, wenn Qualität nicht passt. In diesem Falle fände ich es jedoch ziemlich unfair, gleich meine spitze Feder zu zücken und das erst kürzlich eröffnete Lokal zu zerfetzen.

Was Oliver Drug braucht, ist mehr Zeit um die Dinge in die richtige Richtung zu entwickeln und ein wenig mehr Emanzipation gegenüber dem all zu mächtigen Juan Amador, der sich letzen Freitag anscheinend aktiv in Tagesgeschäft einmischte, unter dem Team schlechte Laune und Panik verbreitete und  – wie eine Service Kraft mir verriet – ziemlich mies drauf sei.
Schlichtweg – Es war ein Drama.

Jeder kriegt eine zweite Chance

Aber ich sehe dennoch Potential und möchte Euch erzählen, wie laut meiner Vision das Lokal sein könnte in – sagen wir mal einem halben Jahr.

Service

In einem halben Jahr wird sich im Service das Korn von der Spreu getrennt haben und es wird einen richtig guten Service geben. Angefangen von der Rezeption, die dann nicht nur so den  Namen unter dem reserviert wurde,  „irgendwie im Kopf hat“ aber sie nicht findet. Statt mit dem Kopf ins innere des Lokals zu deuten, wird sie uns freundlich und versiert zu unserem Platz führen. Denn das ist ihr Job.
Der Tischkellner wird uns  wie immer, freundlich begrüßen und unsere Aperitifs werden keine 25 Minuten Zeit brauchen, bis sie am Tisch stehen. Auch während der Gänge werden wir immer genug zu trinken haben.

Keine  ungelernte „Bo.Ku Studentin“ wir uns über Kreuz die Speisen servieren, der Service hält souverän die Richtung ein.
Wir werden auch ausreichend Zeit haben, uns zwischen den Gängen zu unterhalten und nicht so, dass, sobald der Teller leer ist, sofort  abgeräumt wird. Auch diesmal wird das von der richtigen Seite getan.

Der Tischkellner wird auch nicht mehr hinter mir stehen, wenn er mich etwas fragt sondern so, dass ich ihm ins Gesicht blicken kann und nicht erschrecke wenn plötzlich hinter mir jemand steht und etwas sagt.

Geschirr

Das neue Geschirr wird rustikal aber stimmig. Es gibt keine grünen Suppenteller mehr, in der jede Suppe aussieht, als sei sie von letzter Woche.

Die Küche

Wenn man Beef Tartar Chinoise bestellt, wird das keine Verwechslung mehr mit Japan geben, und auch die Soja Sauce wird dezenter abgeschmeckt.
Das sowieso schon exzellente Gazpacho wird etwas kühler serviert, und nicht mit hochsommerlicher Zimmertemperatur.

Qualität und Geschmack

Im Allgemeinen wird die Küche um einiges stimmiger und vor allem auch die Qualität des Fleisches. In einem halben Jahr bekommen wir auch wirklich die 350 Gramm Short Rib vom Bio Rind und nicht nur  gefühlte 180 Gramm.  Dann wird es auch nicht so fett sein. Auch der Rotweinjus wird uns nicht mehr an Sangria und Ballermann erinnern, sondern dezenter vorkommen. Endlich wird man die herrlichen Röstaromen des gegrillten Rippchen schmecken.

Es wird einfach allgemein liebevoller abgeschmeckt.

Desserts

Die Desserts werden komplett ausgetauscht sein, denn man ist selbst darauf gekommen daß weder die Creme Brulee,  (die kaum den Brenner gesehen haben dürfte) im plumpen Wasserglas mit unpassendem Koriander Geschmack, noch der Cheesecake im Glas, der Renner war.

Es wird filigranes Dessert Geschirr verwendet und die  Geschmacks-Nuancen werden insich einfach stimmig sein. Der Gast wird nach Nachschlag fragen.

Es wird auch jemand die  Appetizer abräumen und nicht erneut, und völlig unpassend,  zum Dessert anbieten.
Die verlassenen Tische rundherum werden auch wieder liebevoll aufgedeckt, sodass sich die verbleibenden Gäste nicht mehr so vorkommen, wie in einem Bahnhofslokal.

Der emanzipierte Chef

Oliver Drug wird sein Team in der Küche so souverän im Griff haben, dass er zumindest einmal am Abend entspannt von Tisch zu Tisch huscht und die Gäste fragt, wie es gemundet hat.

Gäste Kritiken positiv werten

Lob, Vorschläge und auch Kritik werden furchtlos, als  konstruktives Feedback in die Küche getragen. Bemerkungen wie: „Hearns, der Chef is eh schon so angepisst, das geb ich jetzt lieber nicht weiter.“ gehören der Vergangenheit an.

Und dann werden wir auch tatsächlich Trinkgeld vom NICHT diskontierten Preis dalassen. Mindesten 20 % werden wir gerne springen lassen, weil wir restlos begeistert sein werden. Und wir werden  Jedem erzählen, wie gut es nicht war, im neuen Kitch Grill & Bar. Versprochen!

Wir sehen uns in einem halben Jahr wieder. Bis dahin – Alles wird Gut!

Lokal:

Adresse: Falkestraße 5, 1010 Wien

Amador – Den Juan ziehts in die Innenstadt

2 KOMMENTARE

  1. Die mafiöse Bande an kitschigen Geldproleten, der dümmliche Strasssteinadel hat das Vorgängerprojekt bewusst in Konkurs geschickt. Das ehemalige Personal wartet bis heute auf offene Gehälter, Lieferanten wurden betrogen, während das nächste aufgeblasene Konzept mit ausgewechseltem Personal inszeniert wird. An Unmenschlichkeit sind die Betreiber nicht zu überbieten. Jeder, der das nicht glaubt, kann sich nach einiger Recherche selbst überzeugen.

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