Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich niemals in meiner Kolumne mit Negativem zu befassen. Aber die Geschehnisse, die lokal und weltweit auf uns einstürmen, lassen fast keinen Spielraum mehr für „nette“ Geschichten.

Ein Erlebnis dieser Tage am Naschmarkt: eine junge Mutter war mit ihrem ca. 6 Jahre alten Töchterchen beim Fleischhauer einkaufen und die Tochter wollte eine Wurstsemmel. Als ihr der Verkäufer die Semmel überreichte, bedankte sich die Kleine höflich. Die Mutter aber meinte zu dem Kind: „Du brauchst Dich doch nicht zu bedanken, wir bezahlen ja dafür!“ Mir verschlug es die Sprache!

Die Zeiten werden rauer! Ob es ein außer Rand und Band geratener Donald Drumpf ist oder ein nach Macht strebender Erdogan oder unsere wachsende Angst vor Terroranschlägen. Ob es dieses hilflose Europa ist, das mit dem Flüchtlingsproblem nicht umgehen kann, weil die Solidarität unter den einzelnen Staaten fehlt oder die Naturgewalten wie Überschwemmungen und Lawinenabgänge, denen wir immer mehr ausgesetzt sind, weil die Gemeinden noch nicht kapiert haben, wo man einfach NICHT bauen darf!

Macht uns das nicht nachdenklich?

Ob wir menschenverachtend hergestellte giftige Ware angeboten bekommen, die nur zum Wegwerfen produziert wird (obwohl wir bereits auf Müllbergen sitzen!) oder ob unsere Nahrungsmittel zum Teil zweifelhafter Herkunft sind und unser Immunsystem dadurch hochgradig gefordert ist, um unseren Körper zu schützen.

Da genügt dann oft nur eine Kleinigkeit und wir kippen gesundheitlich aus den Patschen.

Wir nehmen es hin!

Ich könnte noch viele Probleme weltweit aufzählen, aber warum in die Ferne schweifen ….

Es beginnt ja schon im Kleinen – vor unserer Haustür! Ist Ihnen schon aufgefallen, dass sich auf unseren Straßen die Rücksichtslosigkeit mehrt? Dass man kaum mehr ein freundliches Gesicht sieht und auf den Gehsteigen auf rücksichtslose Radfahrer, aber auch Fußgänger achten muß, die einem beim Entgegenkommen anrempeln, wenn man nicht zur Seite springt. Oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln kein Mensch mehr einem gebrechlichen oder alten Menschen seinen Sitzplatz anbietet!

Was machen wir dagegen?

Auch bei mir im Laden kann ich diese „kalte Welle“ spüren. Grüßen ist aus der Mode! Menschen, die mein Geschäft betreten, würdigen mich keines Blickes, ganz abgesehen davon, dass sie meinen Gruß erwidern würden. Das sind die sogenannten „Schauer“, die meine Anwesenheit vollkommen ignorieren, ungefragt in die Auslagen greifen und grußlos das Geschäft wieder verlassen.

Da kann man nichts dagegen tun! Das muß ich hinnehmen! Aber es macht mich nachdenklich!

Mit Freunden habe ich über diese Phänomene gesprochen und es gibt unterschiedliche Meinungen dazu. Die einen meinen, das käme vom Einkaufen in den Kaufhausketten, das grüßt man ja auch nicht jeden einzelnen Verkäufer. Klar! Aber in einem kleinen Geschäft, in dem eine einzige Person steht, ist es doch eine unglaubliche Missachtung diesem Menschen gegenüber.

Die anderen gaben mir recht, vor allem die „Gehsteig-Kriege“ kennen viele. Es ist wie ein Kampf – wer gewinnt und wird nicht weggerempelt.

Ich ertappe mich seit neuestem dabei, dass ich diesen Remplern die Stirn biete. Ich weiche nicht mehr aus, wenn mir eine Horde Jugendlicher den Weg versperrt. Und siehe da, jetzt weichen diese aus, was ich mit einem Lächeln quittiere, wenn sie nicht gerade im Handy verschwunden sind und nichts wahrnehmen.

Und den Radfahrern, die trotz vorhandenem Radweg am Gehsteig unterwegs sind, rufe ich „GEHSTEIG kein FAHRSTEIG“ entgegen. Nutzt nicht viel, denn entweder ignorieren sie es oder ich bekomme den Stinkefinger gezeigt.

Alles in allem ist es manchmal schon sehr frustrierend, aber ich gebe nicht auf, damit ich nicht selber in diese „kalte Welle“ gerate. Daher mein Motto:

HUMOR IST, WENN MAN TROTZDEM LACHT!

Ingrid Raab
Kolumnistin Ingrid Raab

 

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