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Teil 2 unserer Botswana Zeltsafari

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Nach unserem spektakulären Löwen Erlebnis in Chobe, waren wir so ziemlich außer Rand und Band.

Abends feierten wir unseren Guide und uns selbst. Mit einigem Bier, und die Camp-Boys übertrafen sich mit exzellentem Essen, welches sie jeden Abend auf einem Feuer zubereiteten.

Moremi Nationalpark

Mit dem gesamten Equipment ging es dann am nächsten Tagen weiter in das bekannte Moremi Game Reserve.

Das Reservat zählt zu den besten in ganz Afrika. Die Raubtiere Dichte ist durch die vielen Pflanzenfresser höher als in anderen Gegenden.

Die Fahrt war lang, heiß und staubig. Für Reisende, die diese Gegend in den “wasserreichen” Jahreszeiten besucht haben, wird das jetzt Erstaunen auslösen. Im Oktober ist es in Moremi staubtrocken. Gut wenn man einen Guide hat, der weiß, welche Wasserlöcher und Flussadern noch Wasser führen. Denn ansonsten fährt man ziellos durch verbranntes Buschland, ohne auch nur einen Schwanz oder Fuß eines Tieres zu sehen.

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Nur nicht stehen bleiben! Wer hier bremst, hat verloren!

Außer Affen. Die Paviane sind wirklich überall. Auch hier tummelten sich einige Rotten und suchten unter den Verbrannten Büschen und Bäumen etwas Schutz vor der sengenden Sonne.

Irgendwie war ich doch ziemlich erschöpft und froh, als Tabby in das letzte grüne Buschland einbog, und wir unser Camp entdeckten.

Leben im Camp und Besuch von Familie Dickhaut

Es ist unglaublich, wie sehr man sich über ein bisschen Wasser aus einem Wassersack freuen kann. Es ist auch unglaublich wie wenig Wasser man eigentlich braucht, um den Körper komplett Staub- und Schweißerei zu bekommen. Ich habe diese Erfahrung mit nach Europa genommen. Ich sehe unseren Wasserverbrauch nun mit anderen Augen.

Am nächsten Tag sahen wir eine Menge an Elefanten. Ziemlich nahe an unserem Camp spazierten die Riesen des Buschland’s gemächlich an uns vorbei. Auch so ein „Once in a Lifetime“ Erlebnis.

Nachmittags lieferte Tabby erneut den Beweis seiner Fähigkeiten ab, indem er mit mir Spuren lesen übte. Auf der langen Fahrt von Chobe nach Moremi am Vortag, lieh er mir sein Fährtenbuch und ich studierte auf dem langen Weg dorthin, eifrig die verschiedenen Fährten der Wildtiere.

Spuren lesen für Anfänger – Die Wette

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Meine Buchempfehlung! Prima Lektüre für lange Fahrten. Lesen, lernen, ausprobieren!

Nun suchten wir gemeinsam nach Spuren in der sandigen Erde. Ich fand eine Spur und rief ihn an, zu stoppen. „Wildhunde!“, meine ich naseweis. Er stutzte, schaute aber dann genau und meinte grinsend: Wie wär’s mit ‘ner Wette? Ich schlug ein und wir folgten meiner vermeintlichen Wildhund Fährte. Er lachte und meinte – das ist ein Leopard. Ich schüttelte den Kopf und bestand auf meine Theorie, gleich um die Ecke ein Rudel Wildhunde zu sehen.

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Sein Frühstück ist weg! Armer kleiner Leopard!

Die Mitreisenden verfolgten unserer Geplänkel amüsiert und lachten schadenfroh, als wir dann, keine 500 Meter weiter, ein Tier auf einem Baum ausmachten. Ein junger Leopard sass, etwas unbeholfen und irritiert, auf einem verbrannten Baum.

Während die Anderen mit den Kameras los knipsten, zupfte ich Tabby am Ärmel und deutete in den Busch rechts von uns. Da lag eine Löwin. Neben ihr erhoben sich die Beine einer Gazelle in die Höhe, während sie genüsslich am Oberschenkel des Opfers kaute.

Ein Dieb im Busch

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Das Raubtier! Im wahrsten Sinne des Wortes!

„Gute Augen!“, meinte Tabby anerkennend und erklärte uns, was seiner Meinung hier passiert war.

Der junge Leopard hatte sich auf seiner Jagd nach der Gazelle offensichtlich in das Revier eines kleinen Löwen-Rudel verirrt. Die Löwin dürfte dem jungen Leoparden dann die Gazelle abgeknöpft, ihn auf den Baum gejagt und die Beute in den nächsten Busch gezogen haben. Ein eindeutiger Diebstahl also. Doch wo kein Kläger, da kein Beklagter. Das Gesetz des Buschs ist ein anderes.

Die unglückliche Raubkatze saß also auf dem kargen Baum und machte ein ziemlich bedröppelten Eindruck.

Eine fehlt noch – auf der “Jagd” nach der Cheetah

Die letzte Großkatze, die uns nun noch in der Sammlung fehlte, waren die Geparde.

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Die schnellste Katze der Welt! Hier aber vollgefressen und ziemlich faul.

Warum? Nun ich denke, mein Schnappschuss zeigt sehr anschaulich warum. Diese Tiere sind perfekt für diese Gegend getarnt. Auch wir wären beinahe vorbei gefahren. Doch Tabby, unser Katzenflüsterer mit guten Augen, entdeckte auch sie und so war die Großkatzen Sammlung komplett.

Wie man im Bush schnell von Fehlern lernt

Wenn man so lange im Busch unterwegs ist, wird man eben auch ein wenig nachlässig. Dass das Wildlife einem keinen Fehler verzeiht, haben auch wir gelernt.

Anscheinend hatten wir wohl die Zeltplane ein wenig zu lange offen gelassen.
Drinnen hatte sich die Luft über Tag so aufgeheizt, dass wir ab und an Durchzug machten. In dem wir beide Eingänge öffneten, damit die heisse Luft schneller entweichen konnte. Dabei muss es passiert sein.

Marion’s Fang

Abends legte sich Peter müde auf die Pritsche, während ich noch schnell mein Bier mit der Gruppe austrank.

Im Zwielicht der Taschenlampe, stolperte ich in unser Zelt und erstarrte zu Stein.

Peter lag, tief schlafend, auf dem Bauch. Es war heiss. Darum nur mit einer Unterhose bekleidet. Eine weiße Unterhose, mit einem großen braunen Fleck, der sich leicht bewegte.

Eine Spinne hatte es sich auf Peters linker Pobacke bequem gemacht.

Ich kannte diese Gattung aus Zimbabwe. Sie war noch nicht ganz ausgewachsen, also eine kleine Ausgabe der sogenannten Baboon Spinne. Feine, glänzende Härchen bekleiden diese Spinne. Eigentlich ist sie recht hübsch.  Sie ist in Süd- und Ostafrika weit verbreitet.

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Symbolfoto! Ich greif doch sowas nicht an!!!

Was tun, wenn eine Spinne im Zelt ist?

Was tun? Mit Hilfe eines Wasserglas und einer Ausgabe Peter’s “Harvard Business Manager”, manövrierte ich diese kleine Ausgabe der Vogelspinne in das Glas und hielt dieses, mit dem Magazin fest verschlossen.

Rückwärts verließ ich das Zelt und bewegte mich in Richtung der Anderen. “Hilfe – ich brauche Hilfe”, quiekte ich leise.

Einer der Camp-Jungs sah, was ich da gefangen hatte und suchte das Weite. Unser Guide blickte ungläubig auf das Spinnen Knäuel im Glas, dann noch ungläubiger auf mich. Er nahm es mir unglaublich langsam und vorsichtig ab und verschwand dann, relativ flott, mit meinem Fang im Dunkeln des Buschs, wo er sie wohl irgendwo wieder ausließ.

Peter hatte von dem ganzen Zirkus nichts mitbekommen. So fest hat er geschlafen. Diese Nacht schlief ich allerdings nicht besonders gut.

Also: Nicht vergessen. Zelt wirklich IMMER fest verschlossen halten und auch beim Lüften offene Augen haben!

Fazit und Ausblick auf den dritten Teil

Die Tage im Busch, mit Zelt und Lagerfeuer Romantik, waren sicher eines der schönsten Erlebnisse die ich in Afrika hatte. Nirgendwo ist man so nahe am Leben, wie in einem Zelt im Busch.
Die nächtlichen Geräusche der Tiere, die morgendlichen Vögel Chöre, all das ist so authentisch. Selten habe ich mich der Natur da draußen so nah und glücklich gefühlt.

Was einem anfänglich vielleicht etwas Angst macht, ist in wenigen Tagen schon völlig natürlich. In Dir selbst wächst eine Ruhe und eine angenehme Entspannung. Man nimmt gewisse Dinge nicht mehr so wichtig und auch seine Ängste nicht mehr so ernst.

Zeltsafari Botswana Moremi Nationalpark
Unsere rollende Küche.

Sogar diese kleine, freche Spinne konnte mich nicht aus der Fassung bringen. Denn plötzlich bist Du im Einklang mit der Natur. Jedes Lebewesen hat seine Berechtigung da zu sein. Auch du selbst. Und mit dieser Einstellung kommt diese gewisse Erfahrung, die man eben nur machen kann, wenn man sich auf solch eine Reise begibt.

Dennoch war ich wirklich sehr erleichtert, als wir nach diesen sechs aufregenden Tagen im Busch in das kleine Flugzeug stiegen, um nun unsere letzte Etappe, das Okavango Delta zu starten. Sechs Tage haben mir persönlich jetzt völlig gereicht.

Auf ins Okavango Delta

Kann man einfach so durch einen Sumpf spazieren? Man kann. Doch das erzähle ich euch in meinem dritten Teil unserer Serie Botswana – Reise ins Okavango Delta. Demnächst hier.

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Hier geht s zum Teil I.

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