Der Herr der Ringe – Alexander Skrein über Schmuckdesign

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Schmuck Atelier Skrein Wien
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Individueller Schmuck aus dem Schmuck Atelier Skrein

Wenn in Wien die Bäume blüh’n wird es rundum romantisch. Eheringe werden getauscht und so manches edle Stück der Liebsten zärtlich um den Hals gelegt. Ein besonders individueller Hersteller von exklusiven Geschmeide ist die Schmuckwerkstatt Skrein in der Spiegelgasse 5, im ersten Wiener Gemeindebezirk.
Was so speziell ist, an einem Kunstwerk von Skrein, wollten wir genauer herausfinden und baten Alexander Skrein um ein Interview.

Skrein Eingang © LSLB-Magazin Rotter
Skrein Eingang © LSLB-Magazin Rotter

Vor dem Haus stehen einige Handwerker – es wird hantiert, diskutiert und beratschlagt. Das Schmuck Atelier Skrein baut um.

Der aufmerksame Sicherheitsbeamte spricht mich an, ob er mir helfen könne. Ja kann er. “Wo ist denn hier der Eingang?”
Ich werde freundlich vorgelassen. Nach mir wird sorgfältig abgesperrt. Hier wird Sicherheit großgeschrieben.

GEWINNSPIEL

Nach einer kurzen Wartezeit kommt mein heutiger Interviewpartner, Alexander Skrein, mit einem sympathischen Lächeln durch die Türe und begrüßt mich herzlich.

Ich werde auf einen Café eingeladen, und nach ein wenig Geplänkel beginne ich mein Interview.

Das Interview

LSLB:”Herr Skrein – Ihre Schmuckkollektion ist unsrer Redaktion positiv aufgefallen. Darum bin ich heute bei Ihnen um ein wenig über die Hintergründe zu erfahren.
Wann wurde denn ihr Betrieb gegründet, und was haben sie für einen beruflichen Background. Sind sie gelernter Goldschmied?”

Die Entwicklung einer Geschäftsidee

Skrein: Lacht. “Nein bin ich nicht. Ich habe Jura studiert, komme aus einer Juristenfamilie und bin der Erste, der da aus der Art schlug. vor ca 29 Jahren habe ich mein Studium an den Nagel gehängt und begonnen mit Gold und Diamanten zu handeln. Wir hatten einige sehr große Kunden und als diese von einem schweizer Investor gekauft wurden, bat mich dieser, auch einen Großhandel in Basel zu eröffnen. Weitere Filialen sollten in der Schweiz und in Frankreich von mir beliefert werden.
Irgendwann sagte mir mein Bauchgefühl, dass ich in eine komplett andere Richtung möchte. Und meine Frau motivierte mich, auch etwas für mein Faible, nämlich wirklich schönen Schmuck zu produzieren, zu tun. So entstand unsere erstes kleines Schmuckatelier in Klagenfurt.“

Mit der Kunstszene auf Du und Du

„Hier begegneten sich Künstler und Kunden und ich hatte zu vielen Künstlern Kontakt und aus geschäftlichen Vereinbarungen entwickelte sich oft eine Freundschaft, die bis heute andauert.
Ich holte mir die Kontakte in den damaligen Kunstausstellungen, die auch immer Schmuckdesigner austellen ließen.
Irgendwann gestalteten wir unsere eigenen Stil und Linie. So hat das angefangen. Eher als Hobby, denn in dieser Zeit waren wir weit weg von profitabel. Aber diesen kleinen Luxus eines Ateliers konnte ich mit meinem gut laufenden Großhandel ja spielend abdecken.“

Umzug in die Bundeshauptstadt

Irgendwann verlagerte sich der Lebensmittelpunkt meiner Frau und mir nach Wien und wir eröffneten hier in der Spiegelgasse unser erstes kleines Atelier, mit einer Goldschmiedin und einer hübschen Verkäuferin. (zwinkert).
Irgendwann wurden wir auf einmal Hipp. Ehrlich gesagt, förmlich über Nacht, rissen sich die Leute um unsere Kreationen. Unsere Zeit war gekommen. Unser Stil kam überall an. Und dann wurde hier alles zu klein und wir erweiterten das Geschäft. Gerade sind wir auch wieder im Umbau. Modernste Sicherheitstechnik und ein neues Ambiente entstehen in den nächsten Wochen.”

Geschäftsphilosophie – Individualität und Qualität

Nicht verbiegen!

LSLB: “Das ist ja eine tolle Erfolgsstory. Das bringt mich zum nächstem Thema. Wie lautet ihre Firmenphilosophie?”

Skrein: ( Nachdenklich) “Wir machen Schmuck nur aus höchst qualitativen Werkstoffen. Wir benutzen nur ehrliche Materialien. Erst wenn das Stück rundum perfekt ist, also 360°, wird es von mir in den Verkauf entlassen.
Der Entwurf kommt aus der heutigen Zeit, muss aber zeitlos sein. Wenn wir ein Stück entwickeln überlegen wir: “Könnte es in seiner Art auch schon vor 500 Jahren gemacht worden sein?” Nur wenn es mit vergleichbar antiken Stücken in einer Liga spielt, lassen wir es in den Verkauf. Auch prüfen wir immer – sind wir versehentlich auf einen Mainstream Trend aufgesprungen? Wenn so etwas passiert, wird es unseren Verkaufstisch nicht zieren. Wir wollen individuell bleiben.
Wenn eines Tages unser Schmuck nicht mehr gefällt, sperre ich lieber zu, als dass ich mich verbiege. Alles schaut doch da gleich aus. Furchtbar!”

Was Skrein Stücke so besonders macht

LSLB: Wo sehen Sie bei ihrer Kollektion das Alleinstellungsmerkmal?”

Skrein: “Unsere Stücke sind kein Computer Design. Das sind alles handgefertigte Entwürfe, von Menschen gemacht. Es wird nicht gemessen, es wird nicht gerechnet. Die Fassung schmiegt sich an den Stein, kein Stück gleicht dem anderen. Jeder hat schon mal als Kind aus Plastilin einen Ring geformt – und – war der rund?”

LSLB : “Stimmt – und nein, nicht wirklich.”

Skrein: “Genau. Das ist das Gefühl, welches jeder, der so einen Ring in der Hand hat, fühlt. Diese Erfahrung aus der Kindheit. Das ist ein vertrautes Gefühl, dass der Kunde kennt und sich damit identifiziert.”

Aktuelle Kollektion

LSLB: “Nun aber zu ihren Kollektionen. Sie haben da wundervolle Ringe habe ich gesehen. Gold und Weissgold?”

Skrein: (lächelt amüsiert) “Nein das ist Platin, meine Liebe. Gold und Platin in einem Ring. Innen Gold und außen Platin. Eine Metapher an die Ehe. Aus zwei Individuen wird ein Ganzes. Zusammengeschweisst für immer. Das steckte bei unserer Überlegung dahinter. Wir waren da wohl Vorreiter. Mittlerweile bieten das ja viele an, aber kaum einer weiß um die Symbolik.
Ich beobachte immer bei unseren Kunden, wie wichtig dieser Akt des gemeinsamen Aussuchen der Ringe ist.
Beim Auswählen dieser Ringe beginnt die erste gemeinsame Entscheidung, das Kompromisse Finden, oder Konsens entdecken. Dies macht diesen ganzen Akt so besonders.
Viele unserer Kunden nehmen unser Angebot, bei den Ringen den letzten Schliff selbst zu machen, sehr positiv an. Es ist dann noch eine Stufe mehr an Individualität.”

Unterschied zwischen maschinell und Handarbeit (c) LSLB-Magazin Rotter
Von Links: Zwei handmattierte Ringe. Dritter Ring maschinell mattiert. Sehen sie den Unterschied?

Ein Ring, der Guten Tag sagt

LSLB: “Das ist eine wunderbare Idee. Diese Ringe hier in der Auslage haben mich angelacht. Was ist das für eine Kollektion?”

Skrein: (lacht) “Ach ja, das sind unsere “Guten Tag” Ringe. Wir scherzen hier viel im Atelier. Eines morgens gab mir mein Goldschmied diese neuen Stücke in die Hand und ich dachte irgendwie an “Aber Hallo, Grüß Gott!” Und – da war der Name gefunden. Guten Tag Ringe.”

Skrein Guten Tag Kollektion
Skrein Guten Tag Kollektion

Das Medaillon – Intimes Geheimnis

„Das Persönlichste , was man schenken kann, ist ein Medaillon“ 

LSLB: “Weshalb ich ja eigentlich gekommen bin, sind ja Ihre Medaillons. So etwas habe ich noch nie gesehen. Was hat es mit diesen Stücken auf sich?”

Skrein: “Das intimste und persönlichste Geschenk, dass man einem anderen Menschen machen kann, ist ein Medallion. Darin sind ganz persönliche Erinnerungen verborgen.
Uns inspirierten dabei vielleicht auch die Fabergé Eier, die Sie sicher kennen?

Unsere Note dabei ist, dass wir in mehreren persönlichen Gesprächen mit dem Auftraggeber die Details und die Geschichte, die das Stück erzählen soll, besprechen.
Ich denke, ein Beispiel wird es besser visualisieren.

Ein Schmuckstück, dass erzählen kann

Stellen Sie sich eine Dame vor, die ihrem Enkelkind ein besonderes Schmuckstück schenken möchte. Eines, an das sich die junge Frau immer erinnern soll.
Nehmen wir an, Diese Dame war mit ihrer Enkelin in Kenia auf Safari und man erzählte den beiden dort, dass ein Elefant, dessen Rüssel nach oben zeigt, Glück bringt.

Nun fertigen wir eben so ein Medaillon an, dass beim Aufklappen den Elefanten zeigt, mit nach oben zeigendem Rüssel. Damit haben wir für unsere Kundin ein ganz persönlichen, intimen Moment in das Medaillon gebannt, dass sie nun der Enkelin schenkt. Ein Geschenk, dass diese Erinnerung an die gemeinsamen schönen Tage für immer festhält

LSLB: “Das ist ja phantastisch.”

Herr Skrein zeigt mir weitere Stücke und erzählt ein wenig über die Entstehung. Da diese Geschichten zu intim sind, werde ich sie hier nicht ausplaudern, aber es sind rührende, traurige und wunderbare Gedanken verpackt in ein Medaillon. Ich bin plötzlich ein wenig nah am Wasser gebaut und muss mich direkt etwas beherrschen.

Goldabbau – Fair Trade oder lieber Fair Mind?

LSLB: “Nun zu den Materialien. Der Goldabbau ist ja nicht unbedingt der sauberste. Gerade in der jüngsten Vergangenheit gingen wieder Bilder von Quecksilber verseuchten Seen in Entwicklungsländern durch die Presse.

Wie reagieren sie auf den Wunsch ihrer Kunden, nur Schmuckstücke tragen zu wollen, deren Rohstoffgewinnung keine Umweltkatastrophen verursacht hat. Verarbeiten sie Fairtrade Rohstoffe?”

Skrein: “Ich mag den Begriff Fairtrade überhaupt nicht. Das mal vorweg. Für mich sind Begriffe wie Fairminded und die A.R.M (Alliance of Responsible Mining Anm. Redaktion) ausschlaggebender.

Es ist schwierig, wirklich faires Gold zu bekommen. Aber der Aufwand ist es mir wert. Wir verwenden Gold nur von kontrollierten Betrieben. Noch lieber habe ich Recycling. Es gibt sehr viel Bruchgold, das man wiederverwerten kann. Und eigentlich bräuchten wir gar kein Gold mehr schürfen, wenn man bedenkt wie viele Goldreserven alleine in der Nationalbank lagern… (nachdenklich).
Ja, und grünes Gold ist eigentlich am umweltschonendsten. Es wird aus Flüssen geschürft. Die berühmten Nuggets also, die man ja aus den Geschichten vom Goldrausch am Yukon kennt. Dieses leicht grünliche Gold ist allerdings sehr selten. Auf Wunsch habe ich aber Quellen, und kann das auch für unsere Kunden besorgen.”

Skrein’s Vision über die Zukunft

LSLB: “Nun noch eine Frage zur Zukunft der kreativen Goldschmiedekunst. Herr Skrein. Wo sehen sie diesen Berufsstand im Jahre 2100?”

Skrein: “Das ist schwierig zu beantworten. Ich fürchte, der Mainstream und automatisierte Schmuckherstellung wird noch mehr zunehmen. Aber ich denke – der wahre Schmuckliebhaber wird auch noch 2100 individuellen Schmuck nachfragen.”

LSLB: “Würden sie jemanden raten heutzutage Goldschmied zu werden?”

GoldschmiedIn – ein Traumberuf?

Skrein: “Oh Frau Rotter, noch so eine schwierige Frage. Eine gute Ausbildung zu erhalten, ist schon mal schwierig. Dann noch die Erfahrung zu sammeln, um so mehr.  Sie müssen mit mindestens zehn Jahren Übung und Entwicklung rechnen.
Solche Leute findet man kaum noch und auch Ausbildungsplätze sind rar. In Österreich werden Goldschmiede in der entsprechenden Fachhochschule ausgebildet. Aber nach diesen drei Jahren können die Leute noch nicht viel.
Das ist einfach ein sehr langer Entwicklungsprozess.
Selbst ich habe einen australischen Mitarbeiter, weil ich einfach keinen adäquaten Fachmann in Österreich finden konnte.
Also wer sich für diesen Beruf entscheidet muss einen künstlerischen Sinn, Durchhaltevermögen und viel Liebe zum Beruf mitbringen.”

LSLB: “Herr Skrein, ich bedanke mich für dieses interessante und entspannte Gespräch.”

www.skrein.at

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