Mein Sommerwein – Rosé

Kühl fließt er in mein Glas, das leicht beschlägt und tausend kleine, glitzernde Perlen aus Kondenswasser, gleiten anmutig an dem Weinglas herab. Der Tag ist heiss, der Rosé Wein ist kühl und prickelt leicht auf der Zunge. Der Duft nach Beeren und Vanille, der Geschmack mineralisch, leicht nach Schokolade. Die Welt durch das Glas betrachtet, ist rosarot. Für mich gibt es kaum einen besseren Sommerwein. Doch woher hat der Roséwein eigentlich seine Farbe?

Wie Rosé Wein entsteht

„Trinke nie einen rosa Ami“, sagte mal jemand zu mir. In den USA wird Roséwein aus Verschnitt hergestellt. 20 % Rotwein im Weißwein und schon stimmt die Farbe. Aber schmeckt das auch? In Europa ist der sogenannte Verschnitt, bis auf wenige Ausnahmen (Champagner) verboten.

Vielleicht ist diese plumpe Herstellungweise der Grund, warum auch noch heute so viele Weinkenner einen großen Bogen um den Rosé Wein machen?

Hier bei uns in Österreich und im übrigen Europa, wird der Wein nämlich völlig anders hergestellt, als in den Staaten.

Die Farbe Rosa kommt von roten Trauben

In jenen Regionen, wo der Anbau von roten Trauben misslang und den Qualitätsansprüchen nicht entsprach kamen gewitzte Winzer auf die Idee, die rote Traube zu keltern, wie einen Weißwein. Denn lieber einen hervorragenden Rosé als ein mittelmäßiger Roter, dachte man da wohl. Das war die Sternstunde des Roséweins.

Dabei war in der Antike wahrscheinlich jeder Wein ein Rosé, denn man kannte damals noch keine Maischgärung.

Rosé Wein aus der Antike
Die alten Römer kannten noch keine Maischgärung. 

Roséweine sind also eigentlich Weißweine, nur aus den roten Trauben. Nur hat dieser Wein nur wenige Stunden Kontakt mit der roten Schale, und sehr wenig Histamine können sich im Traubensaft entfalten. Je länger die Schale verbleibt, desto dunkler wird der Rosé Ton.

Die Farbe spielt eine sehr große Rolle bei einem Rosé. Mich jedenfalls animiert ein Rosé mehr zum nippen, als ein strohgelber Weißwein. Hinzu kommt noch, das ganz besondere Bouquet. Beerig, leicht und fruchtig.

 

Weinbegleitung – Welcher Wein zu welcher Speise?

Erste Rosés aus Frankreich

En Vogue wurde der Sommerwein in Frankreich. Man trank ihn auf den Yachten der Cote D’azur, an der Strandbar in Arcachon und abends im Restaurant in Monaco. Ein Revival des spritzigen Getränks bahnt sich seit einigen Jahren wieder an.

Seit den 70er Jahren wird  Rosé Wein in der Provence gekeltert. Hier wächst die Syrah Traube, die sich wunderbar für den Rosé eignet.  Ich erinnere, mich als Kind, noch sehr genau an die aufwändigen Flaschen, die wie Amphoren geformt waren. Der Wein hat es allerdings in sich. So leicht er auch wirkt – Alkohol hat er genug!

Heute wird Rosé Wein eigentlich in ganz Europa hergestellt. Von der Loire (Rosé d’Anjou) aus Cabernet-Franc-Trauben und von der Rhone. In Spanien hat sich Navarra auf den Rosado fokussiert und große Erfolge erzielt. In Italien wird in Apulien der feine Rosato hergestellt.  Sogar in der Schweiz macht man den guten OEil de Perdrix, aus Pino Noir oder Gamay.  In Deutschland ist es der Weißherbst, oder Badisch Rotgold und in Österreich der Schilcher. Aber auch im Burgenland kommt man auf den Rosé und räumt mit der Blaufränkischen Traube Preise und Auszeichnungen ab.

Mein Sommerwein – Rosé erobert Burgenland

Roséwein aus dem Burgenland Strehn
Bild: © Weingut Strehn
Mein Sommerwein Rosé Weinfibel
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So eben auch das Weingut Strehn. Dieser feine 2017er ist mittlerweile zum Hit avanciert. Weinmagazine und Fachzeitschriften überschlagen sich förmlich. Und das zu Recht. Denn Pia Strehn’s Blaufränkisch Rosé ist auch meine Wahl. Der Blaufränkische Rosé ist leicht, fruchtig, hat vanillige Noten, etwas Schokolade und die mineralische Erde tat der Traube gut.

Fazit: Könnte man bitte mit dem Vorurteil, der Rosé Wein sei zweite Wahl, aufräumen? Ich bin überzeugte Roséwein Genießerin und kann Dir nur empfehlen, diesen Sommer öfters durch das rosarote Glas zu blicken. Nicht jeder Rosé mag dir zusagen. Weine, die mit Kurz Maische erzeugt werden, schmecken anders, als jene die mit der Saignée Methode hergestellt werden. Probier’s einfach mal aus.

À Votre santé!
Marion

Aus der Reihe „Unsere kleine Weinfibel“:

Unsere kleine Weinfibel – Der grüne Veltliner

 

Unsere kleine Weinfibel – Der Primitivo – Stolz von Apulien

Warum kostet ein Wein soviel wie er kostet?

 

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