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Toyota Mirai – die Zukunft hat schon begonnen

Erstmals Kontakt mit einem Wasserstoffauto – die Spannung steigt. Vor mir steht eine wunderschöne Coupé-Limousine in einem strahlenden blau. Schnittiges Design und moderne Optik entlocken ein ‘Wooooow!’. Die 22-Zöller im Speichen-Look tragen zu der Vorstellung bei, vor einer 400 PS Sport-Limo zu stehen, die gleich den Asphalt aufreißen wird. Der Toyota Mirai wartet darauf, getestet zu werden.

Toyota Mirai FuelCell
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Captain future?

Im Innenraum empfängt dich ein futuristisches, jedoch nicht komplett abgehobenes Cockpit-Design. Hinter dem griffigen Lenkrad, ein Display mit den wichtigsten Informationen, die du beim Fahren benötigts.

Toyota Mirai FuelCell
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Der mittig im Armaturenbrett installierte Touchscreen ist gelungen in den Instrumententräger integriert und intuitiv bedienbar. Das Design der Benutzeroberfläche kommt etwas verstaubt rüber – im direkten Vergleich zu den allerneuesten Schöpfungen anderer Hersteller.

Toyota Mirai FuelCell
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Top-Verarbeitung

Die verwendeten Materialien fühlen sich gut an und sehen passabel aus. Und die Verarbeitung entspricht hohem Toyota-Standard. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Lederbespanntes Gestühl – beheiz- und kühlbar. Mehrfache elektrische Verstellmöglichkeiten lassen dich die optimale Sitzposition finden. Das JBL-Soundsystem bringt den Ton gut an die Ohren der Passagiere. Bei den Bedienelementen fehlt mir persönlich der eine und/oder andere Drehregler – beispielsweise für Lautstärke, Sendersuche, Gebläsestufe oder Temperaturwahl.

Toyota Mirai FuelCell
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Elektronische Hilfe

Meine Freunde, die elektronischen Helferlein, unterstützen dich dort, wo du Sicherheitsaspekte einforderst und Komfort erwünschst – alles im hohen, aktuellen technischen Standard.

Platz ohne Überfluss

Bevor wir zum Kernpunkt des Autos – dem Wasserstoffantrieb – vordringen noch ein Wort zum Platzangebot. Fahrer und Beifahrer sitzen äußerst bequem in der ersten Reihe. Die beiden äußeren Fondpassagiere lehnen in gut geformten Sitzgelegenheiten, während sich die fünfte Person hinten in der Mitte wie das fünfte Rad am Wagen fühlen muss. Keine vernünftige Sitzform und ein gewaltiger Mitteltunnel, der kaum Platz für die Beine lässt. Der fünfte Platz ist ein Notsitz.

Toyota Mirai FuelCell
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Bei einem 5-Meter-Auto würdest du zu Recht üppigen Raum für deine Beine erwarten. Nicht so im Mirai – den voluminösen Wasserstoff-Tanks hinter der Rücksitzlehne geschuldet.

Toyota Mirai FuelCell
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Fahren mit Wasserstoff 

Wasserstoff-Auto – wie jetzt? Im Prinzip handelt es sich beim Toyota Mirai um ein Elektroauto, das sich den Strom mittels Wasserstoff und Brennstoffzelle selbst erzeugt. Eine kleine Batterie fungiert als Puffer bzw. Zwischenspeicher, um Lastspitzen auszugleichen – z.B. beim Beschleunigen. Du wirst von der Hochtechnologie dieses Fahrzeugs im Alltag nichts aber auch garnichts mitbekommen. Das System ist mittlerweile ausgereift und funktioniert klaglos. 

Toyota Mirai FuelCell
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Science-buster mäßige Ehrfurcht ist allerdings auch nicht angebracht. Sooo neu ist weder ein mit Brennstoffzelle ausgestattetes Auto noch der Toyota Mirai. Er hatte nämlich einen Vorgänger, der seit 2014 produziert wurde.

Toyota Mirai FuelCell
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Kupplung statt Zapfhahn

Das Tanken ist etwas aufwändiger als bei einer herkömmlichen Benzin- oder Diesel-Zapfsäule, weil du die Kupplung (das entspricht dem Zapfhahn) an den Tanknippel anschließen und verriegeln musst. Der flüssige Wasserstoff wird dann mit bis zu 700 bar in den Tank des Autos gepresst.

Toyota Mirai FuelCell
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Zuvor musst du jedoch erst eine Wasserstoff-Tankstelle finden. In Österreich gibt es erst fünf dieser Anlagen – alle von der OMV (Wien, Wr. Neudorf, Asten, Graz und Innsbruck). Der Ausbau weiterer Tankmöglichkeiten ist geplant.

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Angemessene Leistung

Es wird dich nicht überraschen, dass sich der Mirai wie ein herkömmliches E-Auto fährt. Bei einem Gewicht von ca.. 2 Tonnen und einer Leistung von 182 PS darfst du dir keine Dynamik-Wunder erwarten. Mit den Fahrleistungen (0-100 Km/h in  9,2 Sek., Höchstgeschwindigkeit 175 Km/h) wirst du ordentlich im alltäglichen Straßenverkehr mitschwimmen können).

Toyota Mirai FuelCell
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Der E-Motor liefert ordentlich Drehmoment schon vom Stand weg. Das unterstützt eine entspannte Fahrweise. Der Verbrauch pendelte sich im Laufe des Tests bei ca. 1 Kg Wasserstoff auf 100 Km ein, wobei dieser Kilo rund EUR 9,50 kostet.

Fahrmodi müssen sein

Ohne diesen geht es heutzutage scheinbar nicht. Der ‘Normal’-Modus sollte bei diesem Fahrzeug für alles Lebenslagen ausreichen. Im ‘Eco’-Modus kappt das System etwas Leistung – die Leistung entfaltet sich gemächlicher. Im Modus ‘Sport’ reagiert der Mirai zügiger auf Fahr-(nicht Gas-)pedalbewegungen – naja…  

Toyota Mirai FuelCell
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Und noch etwas: das Fahrgeräusch ändert sich je nach Modus. Eco: sehr unauffällig. Das mahlende Geräusch klingt nach Differentialschaden. Normal: Brummen aus einer Mixtur zwischen Straßenbahn und Gebläselüftung. Sport: wie ein räudiges 10-Zylinder-Röhren eines Autos, das dir mit 100 Metern Abstand folgt – also ziemlich entbehrlich.  

Fahrkomfort im Vordergrund

Das Fahrwerk ist betont auf Komfort ausgelegt – eine weitere Empfehlung dieses Toyotas als Reiselimousine. Eine perfekte, stimmige Abstimmung für dieses Fahrzeug. Trotzdem ist er straff genug, um dich nicht wie ein 60er-Jahre Ami-Schlitten seekrank zu machen. 

Toyota Mirai FuelCell
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Fazit des Redakteurs

Der Toyota Mirai empfiehlt sich als komfortable Reiselimousine für vier Personen. Im Vergleich zur äußeren Größe zeigt er sich innen vergleichsweise knapp geschnitten – vor allem für die Fond-Passagiere. Komfortables Reisen ist seine Domäne, wobei auch der Gepäckraum nicht so üppig ist. Das Tanken funktioniert fast so einfach, wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Allerdings stehen in Österreich erst FÜNF Wasserstoff-Tankstellen zur Verfügung. Das Fahrgefühl entspricht dem eines Elektroautos. Die Ausstattung des Testwagens ist komplett – die Verarbeitung auf hohem Niveau.

Toyota Mirai FuelCell
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Daten & Fakten des Testfahrzeuges

  • Fahrzeug: Toyota Mirai Advanced
  • Motor: Elektro mit Brennstoffzelle
  • Leistung kW/PS: 134/182 
  • Drehmoment Nm: 300
  • Kraftübertragung: 1-Gang Elektroantrieb
  • Antriebsart: Heckantrieb
  • Beschleunigung 0-100 Km/h: 9,2 Sek.
  • Höchstgeschwindigkeit: 175 Km/h
  • Verbrauch (WLTP-Norm): 0,79 Kg/100 Km (kombiniert)
  • Reichweite (WLTP-Norm): 650 Km
  • Testverbrauch: ca. 1 Kg Wasserstoff/100 Km
  • Länge: 497,5 cm
  • Breite: 188,5 cm
  • Höhe: 147,0 cm
  • Radstand: 292,0 cm
  • Kofferraumvolumen: 300 Liter
  • Kraftstofftankvolumen: 5,6 Kg
  • Batteriekapazität: 1,24 kWh
  • Leergewicht: 1.950 Kg
  • Felgen: 8,5J x 20
  • Reifen: 245/45 R 20
  • Preis des Testautos: EUR 75.920,-
  • Sonderausstattung: Premium-Lackierung
  • Online-Konfiguration des Testfahrzeuges: Konfiguration
Toyota Mirai FuelCell
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Text und Fotos: Andreas Icha

Andreas Icha
Andreas Ichahttps://andreasicha.com/
Mein Name ist Andreas Icha und ich lebe in Wien. Der Auto-Virus wurde mir bereits in die Wiege gelegt - ich kann also wirklich nichts dafür. Meinen geschätzten Leserinnen und Lesern meine ErFAHRungen in Wort und Bild nahe zu bringen erfüllt mich mit großer Freude. Zahlen, Daten und Fakten zu einem Fahrzeug sind wichtig. Noch mehr Bedeutung messe ich den Emotionen und Gefühlen bei, die ich mit Vergnügen in Worte fasse. Die Marke Jaguar übt bereits seit Kindheit eine Faszination auf mich aus. Das darf ich als Vorstandsmitglied im Jaguar Daimler Sports & Touring Car club (www.jdost.at) ausleben. Die Grenzbereiche im Motorsport lerne ich beim Fahren mit meinem Schalt-Kart kennen (www.amphoraracing.wordpress.at)

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