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Vom 26.  bis 30. April war die Ringgestalterin Angela Hübel, im Rahmen der traditionellen Werkstatt-Gespräche, bei SKREIN* in Wien zu Gast und ließ sich vom interessierten Publikum über die Schulter blicken. Dabei hatten die Besucher einen Tag lang einen Einblick auf ihr kreatives Schaffen, und der Gedankenwelt der Designerin. Wir haben die Goldschmiedin zu einem Interview gebeten, um mehr über ihren Beruf und ihren Erfolg zu erfahren.

Angela Hübel Goldschmied Ringdesign
Schatzinsel Peridot

Das Interview

LSLB:“Frau Hübel, ich freue mich, mit ihnen dieses kleine Interview machen zu können. Ihr Ruf als Ring Designerin eilt ihnen ja voraus. Wenn man in Google Ring Design eingibt, kommt man sehr schnell auf Sie, und Ihre faszinierenden Designs.

Um unser Gespräch einfach einmal nicht in die üblichen Wege zu leiten, die Sie sicher zur Genüge kennen, würde ich mit Ihnen gerne über Ihren Beruf im Allgemeinen sprechen und dann auf ihre neuesten Designs zurückkommen. Ich hoffe, daß ist ok für Sie?“

LSLB: „Wenn sie auf ihre Ausbildung und Karrierestart zurückdenken, wie kamen sie eigentlich auf das Thema Schmuck und vor allem, auf die Spezialisierung von Ringen?“

„Schmuck hat mich schon als Kind fasziniert.“

Angela Hübel: „Schmuck hat mich schon als Kind fasziniert. Nach Abitur und Handbuchbinder – Lehre studierte ich in München bei Prof. Hermann Jünger an der Akademie der bildenden Künste.
Ringe sind für mich das interessanteste Thema im Schmuckdesign weil die Möglichkeiten am weitesten eingegrenzt sind (z.B. benachbarte Finger, Tragekomfort). Bei einer Brosche z.B. gibt es diese Einschränkungen nicht.“

LSLB: „War es, Ende der 80er Jahre, einfacher so einen kreativen Job zu starten, als heute?“

Angela Hübel: „Ich denke JA. Heute haben nur noch wenige Juweliere / Schmuckgeschäfte den Mut etwas Neues auszuprobieren und dafür Geld auszugeben.“

Angela Hübel Ringdesign Schmuck Goldschmied
Turmalin Schiffchen

LSLB: „Sie wissen es vielleicht, in Österreich gibt es kaum noch adäquaten GoldschmiedInnen-Nachwuchs. Viele Juweliere greifen auf andere Länder, sogar bis nach Australien, zurück. Was denken sie darüber?

Angela Hübel: „Ist in Deutschland das Gleiche. Es gibt zu wenig Ausbildungsplätze; Goldschmiede werden in der Regel schlecht bezahlt.“

LSLB: „Was macht ihrer Meinung der Unterschied aus, zwischen einem gelernten Goldschmied, also einer handwerklichen Lehre und einem Kunststudium?“

Angela Hübel: Bei einer Lehre geht es hauptsächlich um handwerkliche Fähigkeiten; beim Studium Schmuckdesign geht es hauptsächlich um Gestaltung.“

Lehre oder Studium?

Angela Hübel Ringdesign Goldschmied
Pirouette mit Südseeperle

LSLB: „Was würden sie einer jungen Frau raten, wenn sie sich für Schmuckdesign interessiert? Welchen Weg soll sie einschlagen? Studium Kunst, handwerkliche Lehre oder gar beides?“

Angela Hübel:Am Besten beides. Ohne Handwerk hat man zu wenig Wissen um die Machbarkeit – ohne Designstudium fehlt oft der Mut über das Traditionelle hinaus zu denken.“

LSLB: „Ihre Ringe wirken teilweise fast schwebend und scheinen jeglicher physikalischen Gesetzen zu trotzen. Ich denke da vor allem an den Ring mit dem scheinbar schwebenden Brillant-Kranz. Ich gebe ehrlich zu – ich habe mir den Kopf zerbrochen, wie das am Finger hält. Wie kommen sie auf solche wundervollen Ideen? Was inspiriert Sie bei der Arbeit?“

„Alles ausprobieren und noch ein bisschen weiter machen.“

Angela Hübel: Ich arbeite mit geometrischen Grundformen, die ich variiere. Gutes räumliches Vorstellungsvermögen gehört dazu und viel Nachdenken, Zeichen; also Arbeiten.

Angela Hübel Ringdesign Goldschmied
Galapagos mit Granat und Brillianten

Ein Leitspruch meines Professors war: Solange an einer Form arbeiten bis man alles ausprobiert hat – und dann noch ein bisschen weiter machen.“

LSLB: „Viele meiner Leserinnen tragen nur noch ungern Diamanten oder Gold, da viele Rohstoffanbieter diese Materialien unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schürfen. Welche Materialien verwenden Sie und wie sehr beschäftigt sie Nachhaltigkeit und Fairtrade der Rohstoffe für Ihre Kreationen?“

Angela Hübel: „Wir verwenden nur recyceltes Gold aus Altgold. Wir verwenden ausschließlich konfliktfreie Diamanten (Einhaltung des Kimberly-Prozesses). Farb-Edelsteine werden ausschließlich in Deutschland geschliffen.“

LSLB: „Wo können meine Leser ihre wunderbaren Kreationen in Wien erstehen?“

Angela Hübel: „In Wien bei Skrein* – die Schmuckwerkstatt.“

LSLB: „Vielen Dank für das interessante Gespräch.“

Angela Hübel Ringdesign Goldschmied
Regatta – Granat und Gold

Über Angela Hübel

1956 in Bochum geboren, setzt sich Angela Hübel wie keine andere Schmuckdesignerin intensiv mit dem Thema „Ring“ auseinander. Zwischen 1983 und 1988 absolvierte sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo sie anschließend ihr eigenes Atelier eröffnete. In diesem schafft sie seit 29 Jahren im Wesentlichen Ringe, die ihre unverkennbare Handschrift tragen.

 

Du magst diese Art von Schmuck? Dann schau auch hier hinein: Skrein

Dieser Artikel enthält Produkt-Platzierungen von Skrein*/ Angela Hübel

13 KOMMENTARE

  1. Ein sehr interessantes Interview und diese Ringe sind einfach traumhaft schön! Ich bin begeistert. Ich werde mir gleich die Homepage näher anschauen und weiß schon was auf meiner nächste Wunschliste steht :-)!

    Sonnige Grüße
    Verena

  2. Ach, das ist so ein toller Beruf, der wäre auch was für mich gewesen, aber irgendwie wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, was ich kann und was ich will. So mitten in der Pubertät. Danke für die tolle Vorstellung.

    Lieben Gruß,

    Bea.

    • Schau dir mal Perlography an. Natürlich kannst du Schmuck auch als Hobby gestalten. Mit ein wenig Geschick, bunten Perlen und Silberdraht kann man so Allerhand gestalten. Warum also nicht? Falls du das machst, lass es uns wissen. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Kreativen. VLG Die Redaktion

    • Liebe Sonia,
      diese Ringe werden an Deinen Finger auch angepasst. Der kleine Unterschied zu der mainframe Schmuckwelt ist hier die Individualität für die Kundin. VLG die Redaktion

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