Seit der Jahrtausendwende findet man den Begriff „Vintage in den internationalen Modezeitschriften. Hier handelt es sich nicht bloß um Alt-Textilien, sondern um sogenannte VINTAGE-MODE – und damit um wertvolle Sammler- bzw. Einzelstücke.

Vintage hat sehr viel mit dem Wunsch nach Individualität zu tun. In den 70erJahren, als das Wort VINTAGE nur bei edlen Weinen ein Begriff war, streiften wir über die Flohmärkte auf der Suche nach Kleidern aus den 40ern und Hüten aus der Jahrhundertwende. Heute stehen eher die Designer-Kleider und Krokotaschen aus den 60ern auf unserer Wunschliste.

OSCAR Verleihung – Wiege desVintage Booms

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Nach Julia Roberts 2001 in VALENTINO-VINTAGE von 1982, nahmen Reese Witherspoon (2006 / „Walk the Line““) in einer VINTAGE-Traumrobe von DIOR aus den 50er Jahren und Penelope Cruz (2008) in BALMAIN, ebenfalls von 1950, ihren OSCAR entgegen.

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Seitdem überschlägt sich der Vintage-Modemarkt. Andere Stars teilten bald diese Leidenschaft: Kate Moss, Siena Miller oder Chloe Sevigny. Letztere setzt nicht nur auf altes Top-Design, sondern schreitet sogar in Klamotten von der Heilsarmee selbstbewusst über den roten Teppich. Und Kate Moss sammelt Vintage-Mode von YSL, DIOR und HERMES. Kein Wunder also, dass der Begriff VINTAGE sich mittlerweile erweitert hat.

Der Vintage Trend

Für Fans dieser Trendwelle ist es jedes einzelne Kleidungsstück, das eine eigene Geschichte hat. Dieser Trend schwappt – langsam – auch auf Europa über. Nach Wien noch langsamer!

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Wobei das auch wieder zu Missbrauch führt, denn um lukrative Geschäfte zu machen, wird alles Alte als „Vintage“ verkauft.

Vintage Stücke als Wertanlage

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Eine Vintage-Expertin von CHRISTIE’S in London bestätigt diese Entwicklung und geht noch darüber hinaus. Vintage als Wertanlage. Heute würde bei den Auktionen zehnmal so viel erzielt als noch vor 10 Jahren.

So kam im Dezember 2007 bei SOTHEBY’S ein Minikleid der Afrika-Kollektion von YSL aus dem Jahr 1967 für 18.000 Pfund unter den Hammer. Frage nicht, was man heute dafür hinblättern müßte.

Oder etwa ein DIOR-Abendkleid von Elizabeth Taylor aus den 50er Jahren, das im Dezember 2011 bei einem Rufpreis von 6.000 US$ für 362.500 US$ versteigert wurde !

Aber da kommen mehrere Komponenten zusammen: einwandfreie Originalfassung, eine gute Geschichte sowie eine prominente Trägerin.

Vintage sammeln – doch was ist wirklich kostbar?

Für Sammler interessant ist DIOR von 1947 bis 1957, als Christian Dior noch selbst schneiderte. Bei internationalen Bietern ist auch Pierre BALMAIN aus den 50erJahren sehr gefragt. Die Sechziger sind ebenfalls eine große Dekade, YSL ist zweifelsfrei ihr König. In der Oberliga spielen außerdem Pierre CARDIN, Andre COURREGES, Paco RABANNE und VALENTINO mit.

Die Kreationen von Vivienne WESTWOOD sind von ihren Anfängen in den Siebzigerjahren bis 1982 für Anleger interessant. Wobei sie sich damals von der Punk-Mode inspirieren ließ. Danach verlor sie sich etwas in historischen Details.

Vintage Accessoires

Begriff Vintage Mode
Vintage Accessoires Schuhe Taschen Tücher
Begriff Vintage Mode
Blickfang Accessoires

Auch Schuhe und Taschen sind als Sammler- und Anlageobjekt interessant. Derzeit sind bei Sammlern Schuhe aus den Seventies und Vivienne Westwoods extreme Plateausohlen aus den Achtzigern und frühen Neunzigern gefragt.

Aber auch No-Names boomen, die kann man noch günstig erstehen. Selbst die Achtziger sind wieder in – vor allem Claude MONTANA , der König der Schulterpolster! Auch Thierry MUGLER, Louis FERRAUD und Gianni VERSACE entwickeln sich prächtig. In Amerika werden Accessoires von Karl LAGERFELD für CHANEL aus 80er- und frühen 90er Jahren stark nachgefragt. Für die Wienerin allerdings noch kein Thema ! Fragt sich , warum?

Mein persönlicher Vintage Favorit

Begriff Vintage Mode

Rudi GERNREICH – mein persönlicher Favorit – Erfinder des Monokini und der Unisex-Mode, gilt unbestritten als einer der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts. Der Österreicher emigrierte 1938 im Alter von 16 Jahren in die USA und machte in Los Angeles Karriere. In London kam zuletzt ein „Kabuki-Kleid“, ein japanisch inspiriertes Modell des Designers aus den 60er Jahren, für 1.500 Pfund zur Versteigerung.

Revival der Vintage Mode

Zahlreiche Modeschöpfer von Marc JACOBS über Stella McCARTNEY bis Karl LAGERFELD greifen diesen Trend auf und lassen sich von der Mode aus früheren Epochen inspirieren. So ist eine Zweitlinie bei Marc Jacobs im Grunde eine Art Remix aus Pseudo-Vintage, er interpretiert damit vergangene Zeiten. Und RYKIEL lancierte eine „Modern-Vintage“ Kollektion. Vom Nobelkaufhaus BON MARCHE in Paris bis hin zur Billigkette H&M werden Vintage-Ecken installiert.

Und somit schließt sich der Kreis: aus Alt mach Neu – zurück in die Zukunft !

www.flovintage.com

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