Beitragsbild Diät Buchteaser - Zur Traumfigur mit Hindernissen
Beitragsbild Diät Buchteaser - Zur Traumfigur mit Hindernissen
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Diäten, Ernährungsplaner und Ratgeber  über dieses Thema gibt es schon zu Hauf. Bei meiner Recherche stieß ich auf tausende von Tipps, Tricks und Systemen und darüber braucht nun wirklich keiner mehr zu schreiben. Jede dritte Diät wird  statistisch erfolglos abgebrochen. Die Medien wimmeln nur so  von dem Thema.

Der Frustrations-Pegel ist extrem niedrig. Was wir brauchen, ist ein Buch, welches uns während unserer eigenen Odyssee begleitet, uns tröstet uns zum Lachen bringt und uns überlegen fühlen lässt.

So ein Kumpel, der einem am Abend am Nachtisch anlacht und sagt: “ Scheiss Tag gehabt?” Ach komm les in mir.” So ein Kumpel soll dieses Buch sein. Nur wer selbst mal in der Situation war, nämlich abnehmen zu wollen, wird verstehen, welche täglichen Hindernisse auf den motivierten Diät Ritter warten.
Lest einfach darüber, welche Hindernisse ich meistern musste, um mein Ziel zu erreichen, welche dummen Fehler ich machte und ihr fühlt euch SOFORT besser.

Beim LSLB-Magazin habt ihr exklusiv die Möglichkeit jetzt schon Auszüge zu lesen:

Hallo Ihr da draussen – ihr seid nicht alleine. Hört mal zu. Dies ist meine Geschichte.

Mein etwas anderes Diät Tagebuch

(Kurzfassung Teil 1 Teaser)

Fast genau vor einem Jahr habe ich beschlossen, mich dem Thema Gewichtsabnahme nun aber endgültig und konsequent zu widmen.

Der vorläufige Titel für dieses Buch war bis vor Kurzem “ 10 Gründe, warum ich die Diät nicht durchhielt.

Nun sind beinahe 10 Monate ins Land gegangen und was soll ich euch sagen? Ich habe heute 62 Kilo versus 78 noch vor ca. einem Jahr.
Wie das ging habe ich in einem Buch verfasst, aus welchem ich euch gerne in den nächsten Wochen „vorlese“. Diät Bücher gibt es schon zu viele. Aber ein Buch, für jeden, der gerade selbst vor dem Thema steht und   Ich bin schon gespannt, auf das Feedback.

Der Weg dahin war nicht einfach. Vieles habe ich ausprobiert und natürlich, wie so viele Andere, immer den kleinsten Widerstand gesucht, bzw. den kleinsten Aufwand.

Was vermiest einem eine Diät?

  • der meist furchtbare Geschmack
  • meist ist der Tag zu lang für das wenige Essen
  • der zeitliche Aufwand die Rezepte zuzubereiten
  • der zeitliche Aufwand von Fitnesskursen
  • der Kostenaspekt
  • der Verzicht auf viele feine Dinge
  • die Dauer

Was wäre denn dann die Traum Diät?

  • Sie schmeckt super gut
  • Sie macht satt
  • Die Gerichte sind überall zu bekommen
  • Der Aufwand im Fitnesscenter hält sich in Grenzen, bzw. gar kein Sport notwendig
  • Es kostet nichts
  • Man darf trotzdem essen und trinken, was mir Spass macht
  • Es geht sehr schnell und erste Erfolge sieht man schon in kürzester Zeit

Ja und dann geht man auf die Suche nach der Traum Diät, dem Wunderwutzi unter den Ernährungs und Fitnessplänen. Und das kostet erst Zeit und dann Geld.

Die Odyssee nach der richtigen Diät

Man recherchiert in diversen Zeitschriften und online. Man hört Bekannten zu, wie sie ihre Pfunde loswerden, man chattet sich durch Gruppen in Facebook und dann beginnt man eben mal.

Meine erste Wahl traf auf – Sport. Grundsätzlich ist Sport ja wirklich das Beste, was man tun kann. Und auch jetzt, während ich hier sitze, trocknen meine verschwitzten Sportsachen noch im Bad, bevor ich sie in die Maschine gebe.

Arnim der Personaltrainer mit Handicap

Eigentlich war es Zufall, denn an dem Tag X, der 08. Januar war es ausgesprochen mild, es war zwar bewölkt aber soweit angenehm, sodass ich mit meinen Walking Strecken tapfer durch den nahegelegenen Grüngürtel stapfte mit dem Ziel auf 250 Meter aufzusteigen um dann auf der Sophienalpe entlang zu marschieren. Als ich so in den Stadtwanderweg einbog hörte ich schon von Weitem eine lispelnde Männerstimme die einer etwas älteren, rundlichen und sichtbar erschöpften Dame im winterlichen Sportdress, stakkatoartig Befehle zurief.
“Tief – tief – hoch – hoch – tief- hoch – hoch. Daf geht aber noch ein Ftück tiefer Fabine!! Die Sabine sah ihn mit Mörderblick an und versuchte ihre Ausfallschritte noch tiefer zu gestalten, bis sie eben mal im Matsch lag. Neugierig blieb ich stehen und fragte ganz harmlos: “Grüß Gott und waf wird daf wenn ef fertig ift Fabine?”

Dem Typ fiel erst mal das Gesicht zusammen, weil ich seinen Sprachfehler nachäffte und die Sabine blickte zunächst auch mal genervt – doch dann fing sie an zu kichern. Und sie lachte und lachte und hockte da im Vorstadt Matsch. “Das ist mein Personal Trainer!”,japste sie und raffte sich auf. Das ist der Arnim, den kann man buchen und dann macht er Sport mit einem.”
Interessant. “Arnim – was nehmen sie so?” “Naja die Stunde 150 Euro, aber ohne Rechnung nur 80.” Aha. soso. Ich überlegte, dass mir das viel zu teuer ist und wollt mich schon verabschieden, da bot uns der Arnim plötzlich einen Gruppentarif für je 50 Euro an.
Schlitzohrig wie ich bin schaute ich ihn an und meinte: “Ja ich recherchiere hier nur beruflich. Ich bin Journalistin und schreibe ein Buch über Diäten und habe auch einen Blog….”
Armins Körper, starke 164 cm, straffte sich, und wir einigten uns auf 30 Euro pro Training, wenn ich ihn und seine Dienstleistung in dem Werk lobend erwähnen würde.

In der Natur trainiert es sich am Besten

Dazu muss ich jetzt schnell einwerfen – ich schreibe grundsätzlich nur über Dinge die mich überzeugen, und aus.
Der Deal war gemacht und in den nächsten Tagen sollte es auch schon losgehen.

Während wir, die Sabine und ich, nun also eines schönen sonnigen Vormittags synchron unsere Ausfallschritte und Beinhebe Schritte machten, referierte unser Arnim über richtige Ernährung, Fehler beim Abnehmen und wie der Körper funktioniert. Bei allen Fehlern die dieser Mann auch im Nachhinein gesehen hat, eines muss man ihm lassen, er kennt sich wirklich aus und das Sport und Ernährung Studium, dass er erst kürzlich absolviert hat, glaubt man ungeschaut.

So turnten und walkten und sprinteten wir in den Frühling, immer zweimal die Woche mit langsamer Steigerung. Während Sabine sich nach wie vor sehr schwer tat, weiterhin sehr kurzatmig war und auch vom Gewicht her jetzt nicht so mörderische Fortschritte machte, fing ich heimlich an, mich zu langweilen. Ausfallschritte konnte ich ehrlich gesagt bald nicht mehr sehen. Fad.

Da waren’s nur noch Zwei

Irgendwann rief mich Armin an und erklärte mir, Sabine hätte aufgehört und sei jetzt doch lieber in den Fit for Fun Club gegangen, aber er würde meine Stunden gerne für 50 Euro aufrecht erhalten. 35 Euro meinte ich. Und es war auch ok.

In den darauffolgenden Wochen wurde das Training weniger unterhaltsam und um einiges härter. Sprints abwechselnd mit lockerem Joggen. Liegestütz und Klappmesser. Gewisse Übungen taten mir noch tagelang weh. Und auch der Ton änderte sich von freundlich motivierend zu Feldmarschall Jargon. “Heb deinen fetten Hintern höher!”, hörte ich jetzt und bedauerte, dass in diesem Satz kein s zum lispeln vorkam, worüber ich dann wenigstens hätte lachen können.

Nachteil – Schlechtes Wetter

Irgendwann musste ich an einem Tag w.o. geben. Mein Rücken schmerzte wie blöde, und ich war auch nicht ganz am Damm. Eine Verkühlung meldete sich an, und auch die Witterung an diesem Tag war kontraproduktiv. Es regnete und ein kalter Wind blies einem die Tropfen horizontal entgegen.
Nachdem ich ja Arnims Mobile Nummer hatte, versuchte ich ihn zu erreichen. Negativ. Es meldete sich nur die Mailbox. Ich quatschte ihm ein paar Sätze drauf und schickte aber sicherheitshalber auch noch einen Text über WhatsApp.

Terror

Punkt 10 Uhr – das war unsere übliche Trainingszeit, klingelte es bei mir Sturm. Ich hatte gerade an einem Artikel geschrieben und kämpfte mich, wegen der Rückenschmerzen, die Treppe hinunter, zum unteren Stock und meldete mich an der Sprechanlage.

“Ja bitte?”
“Wo bift du!”
“Arnim?”
“Nein der Nikolauf! Beweg deinen Arsch runter aber flott!”
“Hörst du deine Mailbox nicht…”
“Daff ift mir scheiffegal, welche Befindlichkeiten du haft heute! Scheiffegal! Wir haben einen Deal und du kannst nicht fo kurtfriftig abfagen! Wir haben einen DEAL verdammt! Komm fooofort runter!”
“Sag, Arnim, spinnst du?”
“Wer hier fpinnt fragft du? DU? Du fragft wer hier fpinnt?! Ich leg dir ne Rechnung ich schwör ich leg dir ne Rechnung, fo geht daf aber nicht. Daf klage ich ein – DAFFF wirst du schon fehen!!”

“Arnim – wir haben keinen Deal und wir haben nicht mal einen Vertrag. Wir haben eine halbprivate Abmachung auf Handschlagqualität mitten im Wienerwald abgeschlossen. Was ist los mit dir! “
Keine Antwort
“OK. Ich komm runter”

Schnell zog ich mir eine Jacke über, schnappte den Schlüssel und lief die Treppen hinunter zum Eingang.
Unten stand ein Arnim mit roten Augen – klatschnass in seinem knallroten “Im The Boss” Trainingsanzug und schlotterte. Verbissen blickte er zu Boden.

“Der hat doch echt ein Problem.”, dachte ich so bei mir. Nach einer Weile meinte ich nur:

“Na jetzt komm erstmal rein und trink was Warmes”

Mit einem mulmigen Gefühl bat ich ihn hinauf in die Wohnung.
“Katfen oh du haft Katfen. schön.”

Wie ausgewechselt. Was war nur mit dem Burschen los? Liebevoll strich er meinem Kater über den Rücken und kraulte ihn hinter den Ohren.

Ich ging in die Küche – machte uns zwei heiße Espressos und als ich zurückkam, saß er, immer noch klatsch nass auf meinem Sofa. Den Kater auf dem Schoß.

“Arnim was ist nur los mit dir? Ich hab doch rechtzeitig abgesagt, oder?”

Kleiner Mann – große Probleme

Nach und nach kam dann stockend das heraus, was ihn anscheinend so die Laune verhagelt hatte. Zunächst war da mal Ifabell. Also eigentlich Isabell. Die Dame seines Herzens hatte ihn gestern in die Wüste geschickt. Weil, bei ihm in der Laube am Wolfersberg hatte sie keinen Bock mehr zu wohnen, und hat sich kurzerhand einen jungen Anwalt mit Penthaus im ersten Wiener Gemeindebezirk geangelt.

Für einen Mann, der nach dem Studium keinen Job findet, sich mit Gelegenheits Aufträgen als Personal Trainer über Wasser hält, dem 12 cm Körpergröße zum großen Glück fehlt und zudem noch einen verdammten Sprachfehler hat, war das jetzt einfach zu viel, meinte er.
Und dass diese 35 Euro einfach nicht reichen würden. Er bräuchte entweder mehr Leute oder einen Job.

Ein Job, ein guter Job – das ist das beste was es gibt auf der Welt

Ich überlegte kurz. Ein guter Freund von mir, hatte ein Fitness Studio. Das war das Fit for Fun, in welches auch Sabine nun ging.

Ich trank mit Arnim den Kaffee und versprach ihm, morgen wieder pünktlich auf der Matte zu stehen. Er sagte auch selber. “Bei dem Fauwetter schickt man keinen Hund vors Hauf.”

Zwei Tage später hatte ich Gregor, der den Franchise Betrieb Fit for Fun führte, von Arnim erzählt und er zögerte erst, dann aber meinte er, dass jemand mit der Ausbildung sicher nicht schlecht wäre, für sein sonst etwas unbedarftes Team. Die meisten hatten nur eine Sporttrainerausbildung, aber eben kein richtiges Studium. Er bot Arnim also einen Job an und machte ihn – tataaa – zum Cheftrainer.

Arnim, unser kleiner abgebrochener 164 cm Mann, wuchs in seiner neuen Aufgabe, als Cheftrainer. Coachte seine Kollegen, erklärte ihnen neue Methoden und – er verdiente zum ersten mal regelmässig Geld.

Ich war mit meiner Welt zufrieden und auch – ehrlich etwas selbstgefällig. An schlechten Tagen verlegte ich nun meine Trainingseinheiten ins Studio und kam in den Genuß, vom Cheftrainer persönlich gecoacht zu werden.

Militanter Nichtraucher und andere Defizite

Aber auch unsere Waldtrainings verpasste ich nicht. Allerdings wurde Arnim immer militanter. Sobald er merkte, dass ich vor dem Training noch eine geraucht hatte, wurde sein training bestialischer. Er schimpfte auf die Raucher, hielt mir lange Vorträge über die Sinnlosigkeit und brummte mir 20 Sit Ups mehr auf. Irgendwann habe ich peinlich genau darauf geachtet, dass ich ja nicht nach Rauch rieche – bzw. wirklich keine vor dem Training gezogen.

Zwei Wochen später – von Arnim nicht mehr viel gehört, kam ich mal wieder ins Center um den regenreichen Tag am Crosstrainer zu verbringen.
Kein Arnim. Statt dessen ein aufgeregter Gregor, mit hochrotem Kopf auf mich zugeschossen und deutete in Richtung Büro.
“Auf ein Wort. Sofort!”, meinte er einsilbig und lief mit Riesenschritten voran. Ich folgte ihm zögerlich. Was war denn jetzt schon wieder los.
Hastig schloss er die Türe zu seinem verglasten Kabuff, dass er immer stolz sein Büro nannte, schmiss sich in den Bürosessel und presse die Worte “Komplett ausgetickt der Typ!” zwischen den Lippen heraus.
“Arnim?” fragte ich nur kurz. Er nickte.
Shit. Was war denn passiert? Stockend schilderte er mir, wie dieser mit einem Gast fürchterlich in Streit geriet, weil jener die Hanteln nicht richtig betätigt hätte. Aus einem lautstarken Streit wurde plötzlich eine Keilerei und der kleine Arnim hat den hünenhaften Bodybuilder kurzerhand in die Spiegelwand geschmissen. Kraft hat er ja!
Danach Krankenwagen, Polizei. Pipapo. Arg.

Lieber ein Ende mit Schrecken…

Ich hockte da und hatte nur noch Fragezeichen über dem Kopf hängen.
Oje. Ja er hat schon teilweise ein wenig übertrieben. Auch bei Sabine und mir.
Dann erfahre ich, dass Sabine ihn aus ähnlichen Gründen “gefeuert” hatte. Anscheinend kam es im Wald zu einer unschönen Szene und da ist er ähnlich ausgeflippt wie hier im Fitness Center. Nur halt, war da kein Spiegel in der Nähe. Sabine hat es maximal auf den weichen Waldboden gesetzt. Das war aber auch schon alles.

Warum bloß hatte sie mir das nie erzählt?!

Beide Seiten hören. Immer beide Seiten hören, sagte schon meine Großmama.
Ich rief Arnim an. wieder die Mailbox. Ich hinterließ ihm die Nachricht, ob es eh bei Mittwoch bliebe mit unserem Training im Wald.

… als ein Schrecken ohne Ende

An diesem Mittwoch fand ich mich pünktlich ein und der Herr Rabauke schien gut gelaunt. Lediglich ein blaues Veilchen blühte unter seinem linken Auge. Nach unserem Stretching hielt ich es nicht mehr aus und fragte, ob er mir nicht was zu erzählen hätte.

Und klein Armin, 164 cm Giftspritze, wurde so richtig eklig. Und das gefiel mir nicht. Ich stellte ihn zur Rede, was im eigentlich einfiele, und dann wars ganz aus. Mitten im Wald, erfuhr ich und der Rentner, der immer zeitgleich mit dem Beppo Gassi ging, dass er genug habe von diesen frustrierten alten Weibern wie mir – die sowieso nie wieder in Form kämen und doch einfach nur ein Problem mit dem Altwerden hätten. Ich erklärte dann ich hätte absolut kein Problem mit dem Alter, aber mit ihm.

Und dann schossen ihm abermals die Sicherungen aus dem Kasten und ich lag zwei Meter weiter auf dem Rücken, in einem Dornbusch. Das war es dann. Einzig, die seltsamen Kreuzschmerzen in der Lendenüwirbelgegend, sollten mich noch eine Weile an den lispelnden Arnim und sein Aggressionsproblem erinnern.

Es geht immer irgendwie  weiter

Ich beschloß meine Runden aber nach wie vor weiter zu machen – wenn auch ohne der einen oder anderen Übung. Viel später erfuhr ich dann von meinem Orthopäden, daß sich leider einer meiner Lendenwirbel verschoben hatte. Daher dann die Schmerzen und ein verklemmter Nerv. Danke Arnim!!

Auf der Waage sah es trist aus. Natürlich hatte ich gewiss einiges an Muskelmasse aufgebaut, aber wenn ich nur eine Woche mal nicht meine Runden zog, zeigte die Waage flugs schon wieder ein paar Strichlein mehr an.

Im Fitnessstudio fühlte ich mich auch nicht mehr wohl. All diese Geräte, diese verbissene Leute und der irre Betrieb! Nur Vormittags war es ruhig – aber dann auch wieder sehr langweilig.

Die Gewichtsabnahme funktionierte auch irgendwie nur schleppend. Sollte Arnim recht gehabt haben? War der Zug für mich und mein Traumgewicht abgefahren?

Ernährungsumstellung

In den nächsten Wochen versuchte ich, ergänzend zu dem Sportprogramm, noch nach der richtigen Ernährung.

Auf einer Webseite, die ich nach Diäten durchsuchte nervte mich ein pop up von Detlef D. Soost. Ständig poppte das bekloppte Banner auf und mit jedem wegklicken öffnete sich die Seite des dazugehörigen Shops.

Irgendwann hatte dieses nervige Werbebanner dann das geschafft, zu was es gemacht wurde! Ich las mich in die Website des Pseudo Gurus ein und in einer schwachen Minute, klickte ich auf das KAUFEN Banner. Den das warnte, dass dieses Angebot in 3 Sekunden abläuft. Body Change Drink für 3 Monate zum halben Preis. Ey da muss man doch zuschlagen, oder?

Detlef D. Soost und eine falsche Katze

Außerdem klang das Ganze prima. Das Pulver, in Flüssigkeiten wie Mandelmilch, Sojamilch o.ä. eingerührt und fertig ist das Menü. Keine Kalorientabellen, keine Rumrechnerei mit Broteinheiten, scheissegal ob nun genug Gemüse oder nicht. einfach mixen und ab dafür.

Ja nun, ich habe das Zeug heute noch irgendwo in der Küche stehen. Gebe ich gerne gratis ab. Denn – das Zeug war nicht zum saufen! Furchtbarer Geschmack – nach nichts und doch schmeckte selbst das Nichts furchtbar. So stelle ich mir vor schmeckt Detlef D Soost, wenn man ihn küßt. Das dann noch mit Mandelmilch aus dem Reformhaus und ich hab mich jedesmal beinahe angekotzt. Furchtbar einfach furchtbar. DAS sollte ich nun DREI Monate aushalten?
Neben den Shakes bekam man auch Zugang zum Online Portal, wo sich Testimonials wie Daniela Katzenberger, gerade frisch entbunden und schon wieder schlank, dank Detlef D Soost Diät, tummelten und den Kundinnen eintrichtern, wie toll doch das ganze sei. Foren, Gruppen von Menschen, die alle auf der Suche nach dem heiligen Gral, nicht zugeben wollten, dass wir alle miteinander einem gehörigen Schwindel aufgefahren waren.

Gewaltiger Schwindel

Die Waage bestätigte meinen Verdacht. Statt dass ich weniger wog, nahm ich nun hübsch, kontinuierlich zu und aufs Klo gehen wurde zur Seltenheit. “Ist es normal, dass man nur alle zwei Tage auf die Große Seite kann und dann im Prinzip das los wird, was man vor vier Tagen hatte?”, fragte ich meinen Arzt, von dem ich ein Abführmittel verlangte.

“Lass bloß dieses Zeug weg!”, riet er mir energisch und warf die mitgebrachte, angebrochene Tüte gleich mal demonstrativ, vor meinen Augen, in den Mistkübel.

Noch heute, wenn ich diesen unnötigen Detlef irgendwo sehe, geht mir das Geimpfte auf. Absoluter Nepp, Schrott – genauso wie der Typ selbst.

Im Zweifelsfall zum Arzt

Gemeinsam mit meinem Arzt entwickelte ich also einen Ernährungsplan. Grund solide – ausgewogen, abwechslungsreich und gesund.

Dafür stand ich dann nur noch in der Küche. Ich war mit Lebensmittel wiegen und zubereiten beschäftigt, mit vorkochen und abends essen gehen beim Stammwirt, fiel auch flach. Mein geliebtes Bierchen, oder zwei oder drei, fielen auch weg. Und wenn doch – Peng alles wieder in Hüftgold umgewandelt. Es war die längste Trennung zwischen mir und dem Wiener Ottakringer Hellen. Mein Gott, hatte ich Liebeskummer.

Alle Nährwerte wurden also konsequent und ohne Schummeln in ein Online Tool von http://www.foodplaner.de/ eingetragen. Diesen hatte ich zufällig entdeckt und er erwies sich als wirklich prima Hilfe beim Kalorienzählen. In diesem Planer waren die gängigsten Lebensmittel inklusive ihrer Nährwerte bereits in einer Datenbank hochgeladen. Man musste sie nur suchen, Menge eingeben und voila, hatte man ungefähr eine Ahnung, was das jetzt an Kalorien waren. Sogar eigene Lebensmittel, die eben nicht in der Datenbank drin waren, konnte man eintragen. Indem man einfach dieses Produkt anlegte und die Inhaltsangaben auf der Verpackung sorgfältig eintrug.
Tolle Sache und ich kann das Tool auch noch heute wärmstens empfehlen.

Der Durchhänger

Die Tage strichen dahin – es wurde immer wärmer, das Workout im Freien immer mühsamer. Dann kamen Geschäftsreisen, in denen ich auch nicht wirklich meine Diät einhielt und auch vor allem nicht konnte ( Selbstlüge). Dann kamen Urlaube, an denen ich beschloss jetzt mal fünfe grade sein (Selbstbeschiss)  zu lassen und somit stieg mein Gewicht. Ich war auf 69 Kilo angekommen – jedoch war der 70er in Griffnähe.

Erst jetzt verstehe ich, wie frustrierend so eine Diät sein kann. Was es da für Disziplin und Härte gegen sich selbst braucht, ist teilweise schon unmenschlich.

Irgendwie muss das doch schneller gehen, dachte ich mir.
Im Foodplaner fand ich dann eine nächste Möglichkeit: Low Carb.

Neuer Plan – die Low Carb Diät

Essen mit möglichst wenig Kohlenhydrate Zufuhr. Irgendwas in den Diäten dieser Welt wird immer verteufelt. Was bei der einen die Fette sind, sind bei anderen Diäten die Kohlehydrate. Böse, böse kleine fiese Kohlenhydrate!! Weg mit euch. Fleisch und Fette guuuuut. Brot böse, böse, böse, pfui.
Spaghetti? Ja wenn überhaupt dann nur aus reinem Dinkel oder noch furchtbarer, Vollkorn Spaghetti – ehrlich? Dann eben keine Spaghetti mehr. Vollkorn Spaghetti sind für mich ein absolutes nogo. Genauso wie Soja Würstl. Wieso muss das Tofu Zeugs wie eine Wurst geformt sein, wenn man überzeugter Veggie ist? DAS konnte mir, bis heute, keiner plausibel erklären. Das einzige was ich gelten lasse ist Spaghetti Eis. Aber das ist echt hier die Grenze!

Anfangsschwierigkeiten

Low Carb war nicht einfach zu handeln. Es brauchte einige Sachbücher und Ratgeber. Und auch das Tool, der Foodplaner, mit seinem Ampelsystem überforderte mich Anfangs. Grün bedeutete gut, orange weniger gut und rot – falsch. Nachdem es mir sogar die Tomate rot färbte war ich ratlos. Irgendwann stieg ich dann doch einigermaßen hinter das System und auch die Gewichtsabnahme kurbelte sich wieder an. Mein Stoffwechsel stagnierte allerdings weiter.

Ich schiss Holzkohle. Briquettes. Unglaublich. Mein Bauch war immer gebläht und als ich Maiskörner entdeckte, die ich vor Tagen zu mir genommen hatte, war ich frustriert. Wie sollte ich mit so einem lahmen Darm überhaupt in die Gänge kommen?

Wiedermal bei meinem Doc, erklärte er mir den Fehler. Es fehlten einfach die Ballaststoffe. Weil mir das Tool bei Ballaststoffen – und die meisten haben eben Kohlehydrate – rot anzeigte, hatte ich diese natürlich nicht mehr gegessen. Ja und jetzt hatte ich den Darm gefühlte 10 Meter Briketts aufgefüllt. Das war nicht gut. Gar nicht gut.

Zwei Einläufe und einige Liter Pflaumensaft später, konnte ich mich für einige Stunden auch in der Zivilisation bewegen, ohne dass eine Toilette in meiner unmittelbarer Nähe war. Dank Siri am Smartphone, wusste ich anfangs immer genau, wo das nächste Häusel für mich erreichbar war und konnte mir dann ausrechnen, ob es sich ausging, oder ob ich eben auf diesen Ausflug verzichtete. Das man so im Job ein kleines Problem hat, ist irgendwie klar. oder?

Jedenfalls hatte ich nach ein paar Tagen wieder einen normalen Stoffwechsel und – tataa – auch das Gewicht hatte sich verschoben. die 67 Kilo Marke war wieder erreicht.

Hurraah 67

Wer wenig Kohlehydrate zu sich nimmt kann gewisse Nebenwirkungen erfahren. Unter anderem sind das Kältegefühle, Heißhunger auf Brot und Aggressionen. Letztere haben bei mir maßgeblich zugeschlagen. Manchmal frage ich mich, ob vielleicht auch Arnim mehr Kohlehydrate gebraucht hätte.

Jedenfalls bekam ich schnell Kabeln, was bei uns in Österreich bedeutet, dass man schnell die Contenance verliert. Wegen Kleinigkeiten konnte ich regelrecht ausflippen. Das fiel sogar mir selbst auf. Mein Partner verglich mich mit einem wandelnden Pulverfass, und der fehlende Erfolg auf der Waage brachte mich auch regelmäßig in Rage. Das diese Waage eines Tages kaputt war, weil sie den Flug an die Wand nicht vertragen hatte, ist klar.

Mittlerweile war Juni und ich stagnierte auf diesen verdammten 67 Kilo. Nichts ging weiter.

Hab ich schon erwähnt, dass der Frustrations Pegel bei Diäten sehr niedrig ist? Ich glaube schon. Nun, der Juni war schön, aber meine Figur halt doch noch nicht so ganz, sodass ich beschloss dieses Jahr doch wieder nur im Badeanzug auf die Laufstege der Wiener Bäder zu gehen. Frustrierend.
Low Carb war nun auch gestorben und ich bewegte mich via TV in der Welt der Reichen und Schönen – die für eine lächerliche Ausgabe von ein paar Tausendern bei Dr. Worsek & Co. mit Leichtigkeit wieder zu ihrem Aussehen von vor 20 Jahren kamen.

Die Schummlerinnen

Meine Freundin Irina, war so eine Kandidatin. Die 52 jährige Russin sieht aus wie 30. Aber alles gemacht. Beine, Po, Oberarme, Hals, ganz abgesehen von den gut gelungenen D-Körbchen, welche sie stolz vor sich her trägt. Ja Irina kannte sie Alle. Das Who is Who der Schönheitschirurgen. Irgendwann mal rechnete sie mir auf, dass sie genauso viel Wert sei wie ein Maybach. Jedenfalls von den bisherigen Kosten her gesehen.

Niemals vergesse ich ihre Botox Party zu der auch ich eingeladen war. Und weil eben nicht so vermögend wie meine russische Freundin, bot sie mir an, mich auf eine erstBehandlung mit dem Wundermittel einzuladen. Ich habe Merkel Mundwinkel. Leider. Diese Mundwinkel zeigen mit dem Alter immer mehr nach unten und werden tiefer. Dabei lach ich eigentlich gerne. Aber nein, meine Mundpartie weist diese blöden, nach unten weisenden Furchen auf. Da kann ich schmieren wie ich will.

Ja und auch das Abnehmen ist den Falten im Gesicht und Körper zuträglich. Alles beginnt halt irgendwie nicht mehr zu passen. Wie wenn man ein Kleid anzieht, welches einem einige Nummern zu groß ist. Alles wabbelt ein bisschen. Da kann man trainieren wie man will. Das dauert, in meinem Alter zumindest, ewig. Ja und im Gesicht und am Hals? Da ist es schwierig zu trainieren. Wobei es ja da auch was gibt. Gesichtsgymnastik.. Schauts einfach mal in YouTube. Sehr amüsant.

Die Botoxparty

Wie gesagt, bei Irina draussen in Aspern fand an einem schönen lauen Junitag eine Botox Party statt. Hierfür wurde die Küche, von der eigens gebuchten Ärztin OP tauglich desinfiziert und die Ampullen und sonstigen Accessoirs standen da bereit. Sogar ein Behandlungsstuhl stand da. Der Geruch von Desinfektion, diese Nadeln und diese ganze groteske Situation ließ mir mulmig werden. Ich drängte mich jedenfalls bei der Reihenfolge der zu behandelnden Damen, es waren mit mir vier, nicht vor.

Als Irina an die Reihe kam überredete sie mich, ihr zu folgen, um mal zuzusehen, wie toll das alles geht. Als ich so zusah, wie sich die Nadel der Ärztin in Irinas Stirnfalten bohrte, wurde mir schlecht und ich kippte einfach lautlos um. Ein Pflaster am Hirn und ein Glas Champagner später, beschloss ich, das Angebot auszuschlagen. Etwas benebelt setzte ich mich in den Garten wo die drei Damen bereits aufgefädelt in der Hollywoodschaukel thronten. Alle drei hielten sich weisse Mulltüchlein an verschiedene Stellen ihres Gesichts. Irina tupfte ihre Stirn, die andere ihre Nasenflügel und die dritte ihre Oberlippe. In meiner vom Sturz vernebelten Optik sah das aus wie diese berühmten drei Affen. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Und ich habe mich halb tot gelacht. Was Irina jetzt nicht so prickelnd fand.

Das Leben der Luxusfrauen

Am Abend war jedoch aller Ärger vergangen und wir saßen zusammen, draußen im lauschigen Garten, am Feuer und sprachen über Männer, das Alter und Scheidungen. Alle drei meiner neuen Freundinnen waren zu ähnlicher Zeit geschieden worden. So zwischen 45 und 50. Alle hatten sie tolle Männer gehabt. Erfolgreiche, berühmte, einflussreiche Ehemänner und ein Leben a la Carte. Frau eines Oligarchen zu sein, oder Frau eines Star Anwalts zu sein hat schon seine Vorteile. Selbst muss man, ausser in seine Garderobe und Aussehen nichts in Bildung investieren und managed stattdessen mit Hilfe von ausgesuchten Personal den eigenen Haushalt. Kindermädchen, Putzfrau, Chauffeur, pipapo – alles da. Visa Amex Diners – Girls best friends – am besten in schwarz. Ja da schwelgten die drei, in die Jahre gekommenen Mädchen, in Erinnerungen über Monaco, den Kaymans und großen Galas. Alles vorbei – wie Schall verhallt.

Die Probleme der Luxusfrauen

Und dabei hat man doch sehr um die Ehe gekämpft. Jeden Tag in der Hantel-Bude, Personal Trainer ( Ey – kennt ihr vielleicht Arnim?) Riskante Schönheits OPs, teure Haar Extensions und erst die Plage mit dem shoppen. Ach du meine Güte. Wer trägt was von den Celebrities, wann und wo? Mann will ja schließlich den Gatten nicht blamieren, indem man versehentlich das gleiche Kleid von Escada wie Mausi Lugner trägt. Ein Stress. Und dann Kinder kriegen und das anschließende körperliche Desaster in kürzester Zeit wieder beseitigen. Und dann kommen die ersten Gerüchte über andere Frauen – und da wird gekämpft mit harten Bandagen.

Hat es letztendlich geklappt? Leider nicht. Man wurde ausgetauscht.
Ich fragte sie, gegen wen denn diese, ihre Männer, sie so einfach eintauschen konnten. Ich meine, eine Frau mit der man Jahrzehnte zusammenwuchs und die ja auch nicht unintelligent ist, und die eigenen Kinder großgezogen haben, während die Göttergatten Wichtigerem im Leben nachgehen mussten. Gegen wen kann man bitte so eine Frau eintauschen?

Ehefrau Version 2.0

Wortlos reichten sie mir, Eine nach der Anderen, Fotos auf ihren Handies weiter. Ich blickte auf die “Neue” dann irritiert wieder auf die jeweilige Smartphone Besitzerin – und dann sah ich es auch. Und mir fiel jetzt gar nichts mehr ein. In der Tat. Ausgetauscht. Gegen eine jüngere Version. Und zwar EXAKT. Diese jungen Nachfolgerinnen glichen ihren Vorgängerinnen so gewaltig, dass sie jeweils als jüngere Ausgabe durchgehen würden. Ich war sprachlos.

Etwas nachdenklich fuhr ich dann kurz vor Mitternacht nach Hause.
Haben wir Frauen tatsächlich alle ein Problem mit dem Alter? Oder haben eher die Männer ein Problem mit dem älterwerden ihrer Partnerinnen? Können wir uns nicht leisten, im Alter ein paar wohlverdiente Kilos zuzunehmen, die Haare kurz zu tragen und stolz auf unsere Lachfältchen um die Augen zu sein? Was ist schön? Was ist attraktiv? Wer gibt das vor?

Ich traf meinen Mann noch im Wohnzimmer an, nahm ihn in den Arm und flüsterte: “Mach dir keine Sorgen. Ich werde dich nie gegen einen Jüngeren austauschen.” Er blickte mich verständnislos an. “Hast du schon was gegessen heute?”

 

Hat euch der Teaser gefallen? Dann liked den Artikel und es gibt bald mehr 🙂

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Marion
Sie ist die Initiatorin des LSLB-Magazins. Neben ihrer Tätigkeit im Management und Entwicklung, findet sie aber immer noch Zeit, selbst über die schönen Dinge des Lebens zu schreiben. Ihr Fokus liegt auf Hotelchecks und Städtereisen, Tipps und Tricks rund um das Thema. Sie hat eine Schwäche für den afrikanischen Kontinent und begleitet den Abenteuer Redakteur, wann immer sie kann in die Weiten der afrikanischen Savannen. Zudem ist sie der richtige Ansprechpartner, wenn es um Deine Werbeschaltung geht, oder um Anfragen zu Kooperationen.

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